Fröhliche Zuschauer strömen zum Street-Happening

Das zweitägige Festival in Reichenbach ist in diesem Jahr 100 Meter weiter nach unten in die Zenkergasse gezogen. Das Areal um Stadtgarten, Eisdiele und Bar musste sich als Veranstaltungsort bewähren.

Reichenbach.

Die Zenkergasse füllte sich am Freitag zunehmend mit neugierigen Besuchern. Etwa 280 Stühle und damit 100 mehr als in den Vorjahren standen bereit, die meisten um Tische platziert. An den beiden Bars bildeten sich kleine Schlangen. Im Pizza-Heim wurde der Ofen nicht mehr kalt. Die Techniker überprüften die letzten Verbindungen. Petrus schickte noch einen kurzen Regenschauer über die Stadt, bevor sich dann die Abendsonne zeigt und die DJ vom Projekt Bataclan Chemnitz auflegten. Das fünfte Sommer-Street-Happening hatte begonnen.

Menschen aller Generationen und sozialen Schichten, allesamt mit fröhlichen Gesichtern, trafen sich bei der Veranstaltung der Agentur Realitätsverlust, die nach Aussage von Cheforganisator Severin Zähringer viel mehr als eine Party ist: "Wir wollen auch Neues zeigen, herausfordern, Musik anbieten, die man sonst nicht hört oder nicht kennt." Der erste Live-Auftritt startete mit T. Basco, der mit seinen Songs Geschichten zu erzählen wusste. Ganz anders die Musik vom aus Karl-Marx-Stadt, dem heutigen Chemnitz, stammenden Weltmusiker Peter Piek.


Die Dämmerung zog auf. Die Ketten mit bunten Lichtbällen, das an ein Haus projizierte Leuchtmuster und die aufwändig gestaltete Bühnenbeleuchtung entfalteten ihre Strahlkraft. Immer mehr Leute zog es direkt vor die Bühne, sich im Rhythmus der Musik bewegend. Bei einem kräftigen Regenschauer in der letzten Stunde vor Mitternacht suchten viele Schutz unter Schirmen und Überdachungen. Dann legte der DJ "It's raining Men" von den Weather Girls auf. Die Besucher, einmal nass, feierten tanzend und ausgelassen weiter.

Am Samstagabend folgte die gleiche Prozedur, nur dass diesmal nicht gleich so viele Gäste da waren, und es nicht regnete. Ein Teil der Besucher kam verteilt über den Abend, einige mitten in den Auftritt von The Owl mit ihren düsteren, sphärischen Klängen, erzeugt durch Trommel, Piano und Gitarre verbunden mit durchdringendem Gesang.

Zu dieser Zeit zogen Anna Moss und Joel Ludford von Handmade Moments gerade über den Reichenbacher Marktplatz und lockten mit Sousaphon und Saxophon noch ein paar Besucher in die Zenkergasse. Ihr gefeierter Auftritt zog sich ein wenig in die Länge, sodass am Ende nicht mehr viel Zeit bis zum Zapfenstreich blieb. Die wurde genutzt von den Bataclan-DJ und tanzwütigen Gästen.

International waren nicht nur die Musiker, die aus Deutschland, Schweden, Italien, Spanien und den USA kamen. International war auch das Publikum, das die Veranstalter auf etwa 850 an beiden Tagen schätzten. Neben Deutsch wurde auch Englisch oder Italienisch gesprochen. Man verstand sich. Man schwamm auf einer Wellenlänge. Man sprach miteinander über Gott und die Welt, die Heimat und die bevorstehenden Landtagswahlen.

Darin waren sich Veranstalter, Musiker, Besucher einig: Solche Events sind für eine kleine Stadt wie Reichenbach durchaus ungewöhnlich, genauso wie das unkomplizierte, stressfreie Zusammenarbeiten vieler Partner. Sie bereichern das kulturelle Leben und sollten unbedingt beibehalten werden, auch an diesem Platz, der sich als Veranstaltungsort bewährt hat.

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