Für die weiß-rote Blütenpracht: Netzschkau sucht Baumpaten

In der Schützenstraße sind vergangenes Jahr 20 Bäume gesetzt worden. Eigentlich sollen noch sechs Pflanzen folgen. In Sack und Tüten ist das aber noch nicht.

Netzschkau.

Gar nicht leicht, die richtige Stelle für so einen Baum zu finden. "Dort drunter liegen Wasserleitungen", sagt Netzschkaus Bürgermeister Mike Purfürst (Gewerbeverein), während er den unteren Teil der Schützenstraße abläuft. "Und da wäre er zu nahe an der Straßenlaterne." Aber beim Gebäude mit der Hausnummer 5 - das ist in der letzten Kurve - würde es passen.

Der Bürgermeister bereitet gemeinsam mit seinem Vater, dem Gemeinderat Detlef Purfürst (Gewerbeverein) und Matthias Jäckel von der Greizer Vogtlandblumen GmbH das Pflanzen von sechs Weiß- und Rotdornbäumen vor. 20 Stück wurden im vergangenen Jahr zwischen Schützenhaus und der Fleischerei Döhler schon gesetzt. In diesem Jahr will man das Projekt eigentlich zum Abschluss bringen. Das Problem: Bäume kosten Geld. Aus dem Stadtsäckel kann sich die Kommune das zurzeit nicht leisten. Deshalb sucht man Sponsoren. Vergangenes Jahr hatte das ganz gut geklappt. Dieses Jahr bislang nicht. "Wir haben aber auch noch nicht richtig dafür geworben", sagt der Bürgermeister. Deshalb macht ihn der niedrige Pegel in der Spendenkasse auch noch nicht nervös.

Freilich - Gas geben muss die Stadt jetzt schon, wenn die letzten sechs Bäume noch vor dem Winter in die Erde sollen. Das weiß der Bürgermeister. Und das weiß sein Vater, der sich bei diesem Projekt den Hut aufgesetzt hat. Deshalb rührte er zur jüngsten Stadtratssitzung bei seinen Kollegen die Werbetrommel. Matthias Röseler (SPD) hat sich nicht lumpen lassen und im Namen des Bürgervereins Netzschkau schon mal einen Baum zugesagt. Der Gewerbeverein will auch noch einmal seine Taschen gründlich umdrehen. Und rund 500 Euro sind noch auf dem Spendenkonto.

Für sechs Bäume reicht das aber immer noch nicht. Jede Pflanze schlägt immerhin mit 560 bis 600Euro zu Buche. Deshalb hoffen Vater und Sohn Purfürst, dass sich in den nächsten Tagen und Wochen noch einige Spender im Rathaus melden. Aus Sicht des Bürgermeisters ist das Geld gut angelegt. "Wenn Weiß- und Rotdorn im Mai blühen, ist das ein wunderschönes Bild", schwärmt er. Und an diesem Anblick können sich die Spender und ihre Nachkommen immerhin lange Zeit erfreuen. Wie alt die bereits an der Schützenstraße stehenden Bäume genau sind, kann zwar keiner so genau sagen. "Aber ich kenn' die Bäume noch aus meiner Kindheit", sagt Purfürst Junior. Purfürst Senior geht es ebenso. "Ich denke, 80 Jahre sind die ältesten Bäume hier ganz bestimmt", peilt Detlef Purfürst über den Daumen. "Vielleicht gar noch deutlich älter."

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...