Für Sternsinger holt der Bürgermeister die Leiter

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Die Kinder der katholischen Pfarrei St. Christopherus sammeln auch in evangelischen Kirchen. Das diesjährige Ergebnis überraschte.

Reichenbach.

Nach dem Ende der diesjährigen Sternsinger-Aktion der Pfarrei St. Christopherus war im Pfarramt der Katholischen Kirche in Reichenbach Kassensturz angesagt: reichlich 14.000 Euro schlugen zu Buche. Jeweils ein Drittel der Summe kam durch Überweisungen, Spendensammlung in Kirchen und aus den Spendenboxen in den Geschäften zusammen. Allein in der Reichenbacher Sonnenapotheke wurden 530 Euro gesammelt.

Pfarrsekretärin Dorit Kolodziej erklärte hocherfreut: "Das Ergebnis ist der Wahnsinn. Es liegt nicht wesentlich unter dem der Vorjahre, obwohl die Bedingungen diesmal anders waren." Die Kinder konnten in diesem Jahr nicht von Haus zu Haus ziehen, singen, den Segen "C+M+B" (Christus mansionem benedicat - Christus segne dieses Haus) anbringen und Geld sammeln. Die Pfarrsekretärin weiter: "Es entstanden viele kreative Ideen. Apotheken, Bäcker, Fleischer und andere haben Spendenboxen aufgestellt. Außerdem wurden Sternsingerpäckchen mit Segensaufklebern und Anleitung zum Anbringen verteilt." Die Päckchen enthielten außerdem ein Gebet, selbst gebastelte Sterne und die Bitte, etwas zu überweisen. Es habe viel Zuspruch für die Päckchen gegeben, da die Empfänger nicht wie sonst zu Hause sein mussten, wenn die Sternsinger kommen. Aufgrund von beruflicher Tätigkeit sei das oft schwierig gewesen.

Dorit Kolodziej erklärte: "Die Päckchen wurden in Kirchen ausgelegt, mit der Post verschickt oder in Briefkästen geworfen." Bei den wenigen Aktionen vor Ort haben die Akteure viel Zuspruch erhalten und manchen emotionalen Moment erlebt. Die Pfarrsekretärin nennt Beispiele: "In Lengenfeld hat der Bürgermeister extra eine Leiter herausgebracht, damit der Segensspruch am Rathaus angeschrieben werden konnte. Ins Rathaus durfte er niemanden lassen."

Im Auerbacher Rathaus wurde unter den Mitarbeitern gesammelt, nachdem die Gemeinde den dortigen Oberbürgermeister angeschrieben und um Unterstützung gebeten hatte. In der Lengenfelder Sparkasse wurde das Päckchen durch den Schlitz der Glastür geschoben. "Wir hatten nicht daran gedacht, dass dort zurzeit Umbauarbeiten sind, uns aber sehr gefreut, dass der Segensspruch angebracht wurde", so Dorit Kolodziej.

Cornelia Olma hatte im Carport ihres Hauses in Neumark einen kleinen Stand mit Infomaterial und gebastelten Sternen und anderen Dingen aufgebaut und dort die Besucher der Adventsmärkte auf dem Gut über die Aktion aufgeklärt und um Spenden gebeten.

Die Sternsinger sind im Auftrag eines Kindermissionswerkes als Kinder für Kinder unterwegs. In diesem Jahr geht der Erlös in die Ukraine. Dort werden Kinder von so genannten Arbeitsmigranten unterstützt. Sie müssen in Pflegefamilien oder bei Verwandten aufwachsen, weil ihre Eltern im Ausland arbeiten, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, auch in Deutschland. Schätzungsweise zwei Millionen dieser Kinder soll es in der Ukraine geben. In einem Film mit dem Moderator Willi aus der Fernsehserie "Willi will's wissen" erfuhren die Kinder etwas über die Ukraine und das Leben der Kinder dort. Für das Jahr 2022 hoffen die Christen wieder auf persönliche Kontakte. Um den Kindern trotz des Ausfalls der Besuche einen Anreiz zu geben, gab es bedruckte gelbe Sternsingermasken.

Zur Pfarrei gehören die Katholiken zwischen Neumark und Klingenthal/Zwota. Die Sternsinger-Aktion wird über die Katholische Kirche organisiert. In der Region ist sie längst eine ökumenische Angelegenheit geworden. Auch in evangelischen Kirchen wurde Geld gesammelt.

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