Ganz Reichenbach im Kartoffel-Rausch

Eine Stippvisite beim ersten Kartoffelfest in Reichenbach zeigt: Das war ein voller Erfolg. Die Knolle hat Potenzial.

Reichenbach.

Die Kartoffelfest-Premiere hat am Samstag bei prächtigem Spätsommerwetter Tausende in die Reichenbacher Innenstadt gelockt. Was war alles los beim K-A-R-T-O-F-F-E-L-F-E-S-T?

K wie Kartoffel. Kartoffelecken, gedämpfte Kartoffeln, Backkartoffeln mit den verschiedensten Dips, Bambes, Kartoffel-Langos, Kartoffel-Waffeln, Kartoffelspiralen, Kartoffel-Chips, Kartoffelbier und vieles mehr verströmten einen anziehenden Duft, dem kaum einer widerstehen konnte.

A wie Aktionen: Fünf Mannschaften stellten sich dem Kartoffel-Biathlon-Wettbewerb, bei dem sich jeweils drei Teilnehmer auf zwei Skibrettern zu einem Kartoffelkorb bewegen und sechs Kartoffeln ins Ziel werfen mussten. Am Ende siegte die Wohnungsbaugesellschaft Woba Reichenbach. "Wir waren Sieger der Herzen", meinte Kerstin Müller von den Stadtwerken, deren Energie nur fürs Schlusslicht reichte.

R wie Reichenbach: "Wenn in Reichenbach etwas los ist, kommen die Leute. Das Kartoffelfest ist ein Volltreffer", meinte der Gewerbevereinsvorsitzende Benedikt Lommer. Die ersten Gäste lugten vor 13 Uhr um die Ecke und belagerten sofort die Stände des Kartoffelrings und des Kulturstalls Gündel.

T wie Tanzen: Beim Tanzen waren Topolino-Tanzkinder, Breakdancer oder Irish Set Dancer zu erleben. Am Abend wurde auf Pflaster und Granitplatten vor der Post weitergetanzt. Ein wenig schade war der zeitweise Technikausfall, unter dem vor allem die Topolino-Tänzer litten. O wie Original: Zum Kartoffelfest hatte sich mit der 1. Vogtländischen Kartoffelprinzessin eine echte Hoheit die Ehre gegeben. Das Original heißt Selina Kohl, ist 22 Jahre alt, kommt aus Oelsnitz und arbeitet als Tierwirtin in Eichigt. Ihr Terminkalender ist gerade im beginnenden Herbst prall gefüllt. Trotzdem kam sie gern nach Reichenbach.

F wie Flinke Finger: Flinke Finger brauchte man beim Kartoffelschälwettbewerb, den Rüdiger Sagan von der gleichnamigen Kräutergärtnerei aus Brockau gewann. Da er mit Adelheid Blasius gleichauf lag, kam es zum Stechen, bei dem der Mann die Frau auf Platz zwei verwies. Ein Stechen folgte auch für Platz drei, das Ulrich Wenzel vom Knollenring, Daniela Raschpichler von den Stadtwerken und Roswitha Hennebach aus Plauen absolvierten. Daniela Raschpichler hätte es schaffen können, wenn ihr nicht zwei Kartoffeln heruntergefallen wären. Dritte wurde die Plauenerin.

F wie Falafel: Am Stand des Vereins Be human wurden Falafel und gefüllte Kartoffeln sowie Kuchen nach syrischen Rezepten gereicht. Wo sonst bekommt man die frittierten Kichererbsen-Bällchen von einem Mathematik-Professor aus Syrien! Die Besucher ließen sich auf das kulinarische Erlebnis ein, bis alles ausverkauft war. E wie Episoden am Rand: Sowohl OB Raphael Kürzinger als auch Woba-Chefin Daniela Raschpichler wollten den Schäl-Wettbewerb mit eigenen Kartoffelschälern bestreiten, doch die Gewerbevereins-Jury war unerbittlich. Alle mussten das gleiche Gerät nehmen.

L wie laue Nacht: Über Petrus musste sich keiner beklagen. Nach 21 Uhr waren immer noch 23 Grad in der Stadt und die Gäste konnten in Sommerkleidung weiterfeiern. Das taten sie bei Musik von Sax'n Rock und leckeren Cocktails. F wie Feiern: Den Besuchern des Kartoffelfestes war mehr nach Feiern als nach Einkaufen zumute. Deshalb war in den meisten Geschäften gut Platz, aber in der Fußgängerzone und am Postplatz mitunter kein Durchkommen mehr.

E wie Einladung: Einladungen gab es mehrere: Die Kreativträumer verteilten in Kostümen Flyer für ihren Venezianischen Maskenabend im Alten Wasserwerk am 5. November. Kartoffelpapst Ulrich Gündel lud zur Kartoffelernte wie zu Omas Zeiten am nächsten Wochenende ein. S wie Sanitäter: Die werden auf alle Fälle beim nächsten Mal gebraucht, denn dann sollen die zuvor geschälten Kartoffeln für Bambes-Teig gerieben werden. Schon diesmal gab es ein einige paar Blessuren.

T wie Tradition: Das Kartoffelfest soll zur Tradition werden. Das erklärte Reichenbachs Gewerbevereinschef Benedikt Lommer. Er wünscht sich jedoch, dass noch mehr Menschen mitziehen und sich aktiv beteiligen. Jetzt geht es mit den Vorbereitungen zum Adventsmarkt weiter.

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