Gastgeber räumen fast alles ab

Beim Freispringchampionat sind die Züchter manchmal fast unter sich. Nicht in Lengenfeld. Reichlich Publikum verfolgte das Können der Drei- und Vierjährigen angehenden Springpferde.

Lengenfeld.

Für drei- und vierjährige angehende Springpferde war am Samstag in Lengenfeld ein wichtiger Tag. Vor den Augen des erfahrenen Richters Norbert Freistedt, der viele Jahre im Pferdzuchtverband Sachsen/Thüringen tätig war und jetzt in Baden-Württemberg lebt, sollten 20 Hengste, Stuten und Wallache beim Freispringchampionat ihr Talent als künftige Turnierpferde unter Beweis stellen. Eingeladen hatte der Vogtländische Pferdezuchtverein, dessen neuer Vorsitzender Franz Klötzer seinen ersten öffentlichen Auftritt hatte. Er sagte: "Es wäre zwar schön gewesen, wenn heute noch ein paar Pferde mehr angetreten wären, aber letztendlich ist Qualität wichtiger als Quantität."

Erfolgreichster Teilnehmer des Championats war Henry Heckel, der mit seiner Familie die Veranstaltung vorbereitet hatte und der insgesamt fünf junge Pferde vorstellte. Sein Wallach Cello kam bei den Dreijährigen auf Platz 1. Der ebenfalls dreijährige Leszno wurde Dritter, und bei den Vierjährigen kam Florentina auf Platz 3. Zählt man die Erfolge von Hardy Heckel, dem Sohn des Reitstallchefs, noch mit zum Familienerfolg, dann gingen fünf der vergebenen sechs Preise bei den Reitpferden an Heckels. Hardy Heckel konnte sich mit der Stute WhyNot bei den Vierjährigen einen ersten Platz sichern und mit Lolita einen zweiten Platz bei den Dreijährigen. Damit konnten Heckels an den Erfolg des Vorjahres mit ebenfalls einem ersten Platz bei den Dreijährigen anknüpfen. Der Wallach Carlos von Carola Wiesner aus Unterheinsdorf schaffte einen zweiten Platz bei den Vierjährigen.

Heckels Erfolg führt Norbert Freistedt auf die geschickte Auswahl der Deckhengste zurück. "Der Deckhengst Casino Berlin aus Niedersachsen ist ein sehr erfolgreiches Springpferd der schweren Klasse", so Freistedt, der es generell für wichtig hält, bei der Zucht auf erfolgreiche Elterntiere zu setzen. Die beiden Schimmel auf Platz 1 und 2, Cello und Lolita, sind Halbgeschwister und Nachkommen des Oldenburger Springhengstes.

Bei einem Freispringchampionat baut das Parcours-Team eine Springreihe auf - bestehend aus einem Kreuzsprung, einem kleinen und einem großen Oxer. Ohne Reiter müssen die jungen Pferde diese Hindernisse bewältigen. Bewertet werden Sprungtechnik, Springvermögen und Galopp. Das geschulte Auge des Richters nahm auch charakterliche Eigenschaften des Pferdes wahr. Cello bescheinigte er einen gefälligen Galopp und eine schöne Balance. Eigene Fehler versuche das junge Pferd zu korrigieren. Lolita punktete mit einem kräftigem Absprung und ihrer Motivation. Der jungen Hengst Quartersterns Firefox etwa kam ungestüm in wilder Hengstmanier daher. Er machte zwar nicht alles richtig, aber er eroberte die Herzen der zahlreichen Zuschauer im Sturm, die von dem hübschen Hengst begeistert waren.

Norbert Freistedt und Franz Klötzer betonten, dass dieses Championat keinesfalls über die Zukunft eines Reitpferdes entscheide. "Manche Pferde sind gute Freispringer und tun sich unterm Sattel schwer, bei anderen ist es gerade umgekehrt", so Klötzer. "Heute geht es nur um ein erstes Sondieren, um zu schauen, was das Pferd kann", sagt Freistedt.

Ponys waren nur zwei angetreten, ein dreijähriges Reitpony von Falkmar Kaufmann aus Fraureuth und ein vierjähriger Haflinger von Marlis Schmidt aus Bösenbrunn. Da sie konkurrenzlos waren, gehörte ihnen jeweils der erste Platz.

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