Gefährliche Kletterei auf der Göltzschtalbrücke

Am Sonntag sah ein Zeuge zwei Personen im Mittelteil der Göltzschtalbrücke. Für eine Stunde war der Bahnverkehr deshalb unterbrochen. Lässt sich so etwas verhindern?

Reichenbach/Netzschkau.

Wahrscheinlich war es nur Neugier oder Abenteuerlust. Doch was auch immer: Es zog für etliche Zugreisende am Sonntag ärgerliche Konsequenzen nach sich. Um die Mittagszeit lief auf den Gleisen auf der Göltzschtalbrücke für rund eine Stunde nichts mehr. Die Bahn sperrte die Strecke komplett. Ein Zeuge hatte zuvor zwei Personen gesehen, die auf dem Mittelteil des Backsteinbauwerks herumgestiegen waren.

Beamte des Polizeireviers Auerbach und der Bundespolizei fuhren zur Brücke und suchten die Kletterer. Letztendlich ohne Erfolg. Zwar trafen die Polizisten aus Auerbach tatsächlich auf zwei Passanten. Aber diese befanden sich neben der Brücke, nicht auf ihr. Es handelte sich bei den beiden offenbar um Geocacher, die dort ihrem Hobby nachgingen. "Ihr Aussehen passte auch nicht mit der Beschreibung zusammen, die uns der Zeuge von dem Duo lieferte, das sich auf dem Mittelteil der Göltzschtalbrücke aufgehalten hat", sagte Eckard Fiedler, Pressesprecher der Bundespolizei in Klingenthal.

Die beiden Kletterer, die die Scherereien verursacht hatten, wurden nicht gefunden. Möglicherweise hätte man sie leicht an zerrissenen Hosen erkennen können. Denn die Brücke ist gegen unerlaubtes Eindringen gesichert. Türen sowie rund 2,5 Meter hohe Gitter mit spitzen Eisenstangen samt Stacheldraht versperren den Durchgang. Deshalb ist es aus Sicht von Bahn-Pressesprecher Holger Auferkamp auch völlig unmöglich, "aus Versehen" auf den Mittelteil der Göltzschtalbrücke zu gelangen. "Theoretisch wären auch die Betreten-Verboten-Schilder ausreichend", so Auferkamp. In der Praxis funktioniere es freilich ohne massive Absperrung kaum, wagemutige Kletterer fernzuhalten. Einen hundertprozentigen Schutz bieten freilich selbst die Gitter nicht, dies ist Auferkamp bewusst. Dort noch weiter aufzurüsten sei für die Bahn zurzeit aber kein Thema.


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