Geisel des Vogtlands erreicht die Stadt

Der Obrist Heinrich Holk verwüstete im Dreißigjährigen Krieg die Region. Am 13. August 1632 zog er mit den kaiserlichen Truppen nach Reichenbach.

Reichenbach.

Die Soldaten haben "übel gehaust" ... So ist es nachzulesen in den Aufzeichnungen des Reichenbacher Chronisten und Pfarrers Balthasar Olischer zu den Ereignissen im Dreißigjährigen Krieg in Reichenbach. Natürlich war auch das vogtländische Reichenbach mit seinen damals etwa 1400 Einwohnern von den kriegerischen Handlungen betroffen.

Als kaiserliche Truppen unter dem Kommando des Obristen Heinrich Holk 1632 über das Vogtland in Sachsen einfielen, ging den Truppen die Nachricht voraus, dass sie besonders berüchtigt waren wegen der Plünderungen, des Raubens und Mordens. Holk wurde zur Geißel des Vogtlandes. Zunächst belagerten und überfielen vom 11. August 1632 an die Holkschen Truppen in einer Stärke von 12.000 Mann die Städte Adorf, Oelsnitz und Plauen.

2000 Reiter-Soldaten raubten und mordeten in Oelsnitz und brannten die gesamte Stadt nieder. Von Plauen aus zog Holk nach dem 13. August weiter nach Reichenbach. Der Chronist Baltasar Olischer berichtete später: "Reichenbach fand Holcke, von seinen Innwohnern, die in die damals starcke Wälder sich retieriret (geflohen, d. V.) hatten, meistens verlassen, haussete aber nichts desto weniger gar übel und wurde die Stadt in der Ring-Mauer mit dem Rathhause, der Obern-Kirche, Schulen und anderen Gebäuden durch Feuer gänztlich verwüstet, die Pfarrkirche zu St. Peter aber, und der größte Theil der alten Stadt (Kirchplatz, d.V.) damals von Gott noch erhalten und verschonet."

In einem zeitgenössischen Gedicht hieß dann: "Man konnte sich vormals ein Reichenbach benennen, nun aber magest du dich als Armenbach bekennen."

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