Gerangel um Bahn-Projekt: OB-Sextett macht Druck

Elektrifizierung von Hof bis Nürnberg gefordert - Magwas: Erster Schritt

Reichenbach/Plauen.

Die Elektrifizierung der Sachsen-Franken-Magistrale auf bayerischer Seite ist weiterhin ungewiss. Die im Sächsisch-Bayerischen Städtenetz vereinten Oberbürgermeister von Chemnitz, Zwickau, Plauen, Hof, Bayreuth und Marktredwitz haben sich bei ihrem Treffen am Mittwoch in Mödlareuth kritisch geäußert. In einer gemeinsamen Erklärung fordert das Städte-Sextett, "alle regionalen politischen Kräfte zu bündeln".

Während die Eisenbahnstrecke zwischen Dresden und Hof bereits elektrifiziert ist, hängt der Abschnitt von Hof über Marktredwitz nach Nürnberg in der Warteschleife. Der Bundestag werde in den Jahren 2020/21 im Rahmen der parlamentarischen Befassung auf Basis der Vorplanungen mit mehreren Ausbauvarianten entscheiden, ob und in welcher Form die Elektrifizierung erfolgen wird.

Das turnusmäßige Treffen der Oberbürgermeister fand im symbolträchtigen Mödlareuth statt. Doch während das einst vom Eisernen Vorhang zwischen Ost und West geteilte Dorf die Trennung überwunden hat, zogen die Stadtoberhäupter der im Städtenetz vertretenen Kommunen eine ernüchternde Bilanz. 30 Jahre nach dem Mauerfall ist der fast ebenso lange Kampf um die Elektrifizierung der Bahnstrecke noch immer erfolglos. Es sei ungewiss, "ob diese Elektrifizierung nach Nürnberg überhaupt jemals auf bayerischer Seite gebaut wird". Auch Tschechien habe seine Aufgaben erfüllt. Der Einsatz dieselbetriebener Züge mit massivem Schadstoffausstoß "steht den deutschen Klimazielen diametral gegenüber", erklären die Oberbürgermeister.

Unterdessen spricht aber die vogtländische Bundestagsabgeordnete Yvonne Magwas (CDU) von "guten Nachrichten". Die Elektrifizierung Hof-Marktredwitz komme durch das am Mittwoch vom Bundeskabinett beschlossene "Genehmigungsbeschleunigungsgesetz" als eines von bundesweit zwölf Bahnprojekten nun deutlich schneller voran. Dieser Umstand sei "ein wichtiger erster Schritt". Um die Elektrifizierung bis Nürnberg zu erreichen, werde sie sich an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) wenden.

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