Gewerkschafter freut Lohndebatte

IG Metall sieht bei dem Thema im Vogtland noch viele Schattenseiten. Manches Problem sei selbst gemacht.

Reichenbach/Plauen.

Die Gewerkschaft IG Metall begrüßt die Lohnniveau-Debatte im Vogtland. "Wir freuen uns, dass von einzelnen Politikern von CDU und Grünen das niedrige Lohnniveau im Vogtland endlich zum Thema gemacht wird", so Thomas Knabel, Erster Bevollmächtigter.

Aus Sicht der IG Metall habe in der Vergangenheit vor allem der starke Unterschied bei den Arbeits- und Entgeltbedingungen zwischen Ost und West zu einer massiven Abwanderung an Fachkräften geführt. "Das Jammern über den vermeintlichen Fachkräftemangel ist vor diesem Hintergrund in zahlreichen Betrieben ein selbst gemachtes Problem", betont Knabel. Die Gewerkschaft fürchtet, dass als Folge der Niedriglohnpolitik Beschäftigten die Altersarmut droht. Jeder Stundenlohn unter 12,63 Euro verschärfe das Problem. Es existieren auch positive Beispiele: "Es gibt zahlreiche Betriebe, die tarifvertraglich geregelte Löhne und Arbeitsbedingungen haben und sehr erfolgreich sind. Mahle in Reichenbach, die SBG in Neumark oder das MAN BMC in Plauen", so Gewerkschaftssekretär Benjamin Zabel (SPD). Einige Ableger anderer Konzerne in Plauen, Oelsnitz oder Treuen zahlen laut Zabel weit unterhalb des Tarifniveaus, obwohl die Konzerne in den alten Bundesländern Tarifverträgen unterliegen.

Der Grünen-Landtagsabgeordnete Gerhard Liebscher hatte die Vogtländer zu mehr Mut bei Gehaltsverhandlungen aufgefordert. CDU-Kreisvorstand Knut Kirsten forderte zuletzt eine "ordentliche" Entlohnung für die Beschäftigten. (nij)


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