Gießen, Baden, Löschen - Hitze lässt Wasserbedarf steigen

Reichenbach ächzt unter der Trockenheit. Zusätzliches Nass muss her. Eine Quelle in Obermylau ist schon für die Wasserentnahme gesperrt.

Reichenbach.

Nach dem Achterbahnwetter der vergangenen Jahre machen in diesem Sommer anhaltende Hitze und Trockenheit allen zu schaffen. Ausreichend zu trinken, ein schattiges Plätzchen zu suchen und öfter ins kühle Nass zu springen, tut da gut. Nach Wasser lechzt auch die Natur. Beim öffentlichen Grün hilft dabei in Reichenbach die Stadt nach.

Für die Bewässerung der Jungbäume, die besonders mit der Trockenheit kämpfen, hat der Bauhof einen Mitarbeiter im Dauerdienst abgestellt. Torsten Seidel fährt mit einem Wasserbehälter auf der Ladefläche die einzelnen Standorte an. In der Regel müssen an einen Baum zwischen 50 bis 100 Liter gegossen werden. Weil der Boden aber extrem ausgetrocknet ist, dauert das seine Zeit. Das Wasser sickert nur langsam ein. Auch neugepflanzte Kleinsträucher wie am Ehrenmal am Kreisverkehr in der Bahnhofstraße werden gewässert. "Wer es ermöglichen kann und Jungbäume oder Sträucher vor seinem Haus hat, kann gern die Bauhofmitarbeiter beim Gießen unterstützen", gibt Stadtsprecherin Heike Keßler eine Bitte der Verwaltung an die Bürger weiter.

Im Park der Generationen stellen die Mitarbeiter unterdessen Rasensprenger auf und verteilen diese über die Flächen. Beregnet wird dort, wo es gerade am nötigsten ist. "Das Wasser beziehen wir aus unterirdischen Quellen. Hierfür wurde extra eine 150-Kubikmeter-Zisterne neben das Wasserwerk gebaut", macht Keßler aufmerksam. Die Zisterne ist an eine Brauchwasseranlage angeschlossen. Entnahmestellen befinden sich an verschiedenen Plätzen im Park.

Wegen niedriger Pegelstände hat der Landkreis Zwickau am Mittwoch verboten, Wasser aus Flüssen und Bächen zu schöpfen. Im Vogtlandkreis gibt es bislang noch kein generelles Wasserentnahmeverbot für den Gemeingebrauch. Allerdings hat die Stadt Reichenbach seit Dienstag bis auf Weiteres untersagt, Wasser an der Quelle in der Dorfmitte Obermylau zu entnehmen. Aus dieser Quelle wird der unterhalb liegende Löschteich gespeist. Durch die Trockenheit sei der Zufluss vermindert. Eine Wasserentnahme durch Bürger könnte dazu führen, dass die dauerhafte Befüllung nicht mehr gewährleistet ist. Somit bestünde hinsichtlich des Löschwassers eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung. "Wir bitten die Bevölkerung, die Verbote einzuhalten", sagt Heike Keßler. Es sollte bedacht werden, dass die Trockenheit eine erhöhte Brandgefahr bedinge und dass die Feuerwehr im Ernstfall Löschwasser benötige.

Die Löschwasserteiche und Zisternen in Reichenbach werden übrigens regelmäßig kontrolliert. Stand gestern: "Es steht ausreichend Löschwasser zur Verfügung." Der Feuerlöschteich in Rotschau führt aufgrund baulicher Probleme zur Zeit Niedrigwasser. Im Notfall werde aber auf den dahinter angelegten Teich oder auf die Hauptwasserleitung zugegriffen. Die Freiwillige Feuerwehr Unterheinsdorf fragte jüngst bei Wirtschaftsförderer Tobias Keller an, inwieweit im Rahmen eines Feuerwehreinsatzes im Industrie- und Gewerbegebiet Kaltes Feld im Notfall auf die Dauerstaukapazitäten der Regenbecken zurückgegriffen werden kann. Der Planungszweckverband prüft derzeit diese Anfrage. Die Löschwasserversorgung des Industrie- und Gewerbegebietes an der Autobahn sei durch mehrere Hydranten und einen Löschwasserbehälter gesichert.

Die Versorgung des Industriegebietes mit Brauchwasser aus dem Schmalzbachtal und dem Tiefbrunnen in Unterheinsdorf sei übrigens trotz der Trockenheit sichergestellt, heißt es aus dem Rathaus.

Auch die Bäder brauchen mehr Wasser. Im Freibad Mylau ist der Zufluss aus dem Ahornbächel fast versiegt. Wasser muss deshalb aus dem öffentlichen Trinkwassernetz zugeführt werden. Und im Freibad Oberreichenbach verdunsten, wie in dieser Woche informiert wurde, pro Tag rund 150 Kubikmeter Wasser. Diese Menge wird als Quellwasser aus dem St.-Georg-Stollen wieder zugesetzt, der stabil Wasser führt.

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