Glitzerwelt auf dem Postplatz

Zum Reichenbacher Weihnachtsmarkt gingen am Wochenende die Meinungen auseinander. Er hatte aber etwas zu bieten, das sonst nur wenige haben.

Reichenbach.

Der Reichenbacher Weihnachtsmarkt hat am Wochenende als letzter der Region seine Pforten geöffnet. Zwischen "Klein, aber fein" und "Nix los hier" bewegte sich das Meinungsspektrum. Die Frage, was der Glitzerwelt auf dem Postplatz fehlt, kann jedoch kaum einer beantworten. "Der Mittelaltermarkt früher war schön", meinte eine Frau. "Früher gab es zwei Märkte, da war mehr los", ergänzte ihr Mann. "Ist doch alles da", meinte jemand. "Das Flair fehlt", erwiderte ein anderer. "Vielleicht wird es besser, wenn die Post mal saniert ist", hofft der nächste.

Nichtsdestotrotz strömten am Samstagnachmittag viele Reichenbacher und ein paar Gäste auf den Weihnachtsmarkt. Wer vorher in Internet auf Facebook die Einladung von Landshop 24 an der oberen Zenkergasse gelesen hatte, der konnte sich bei Familie Bochmann einen Gratis-Glückwein abholen - im Tausch gegen ein Scheit Holz für den Alpenofen, der mit Holz gefüttert wohlige Wärme ausstrahlte. Die Landshop-Variante der im erzgebirgischen Raschau entwickelten überdachten Stehtischgarnitur mit integriertem Holzfeuer hatte eine Besonderheit: Hier wurde auch gleich der Glühwein erwärmt.

Am anderen Ende der Zenkergasse, bei der Fleischerei Schneider, warteten die Neideiteln auf dem Grill. Dort begann das, was man im Volksmund Fressmeile nennt und den Besuchern die Qual der Wahl bescherte. Es mangelte weder an süßen noch an herzhaften Gerichten. Langos oder Steak, Kartoffelecken oder Baguette, Krapfen oder Fischsemmel, selbst bei den thüringischen "Dätschern" konnte man sich zwischen süß mit Zucker und Zimt oder Apfel und herzhaft mit Wurst und Frischkäse entscheiden. In Sachen Getränke haben sich neben Glühwein, Grog und Kinderpunsch ausgefallene Kreationen wie Bombardino mit Eierlikör, Glüh-Gin oder Lumumba mit heißer Schokolade etabliert.

Für die Resteinkäufe wurden die geöffneten Geschäfte genutzt. Von Zenkergasse bis Bahnhofstraße beteiligten sich Geschäfte am Weihnachtsmarktgeschehen. Im Weka-Kaufhaus oder im Drogeriemarkt nebenan herrschte reger Betrieb. Sehr beliebt waren hier Gutscheine, die an der Kasse aufgeladen werden müssen und für ein wenig Wartezeit sorgten. Auf dem Postplatz wartete die Wichtelwerkstatt auf die kleinen Besucher. Fensterbilder oder Kerzenhalter und Weihnachtsbilder konnten sie dort gestalten. Großer Beliebtheit erfreute sich der Märchen-Express. Die Tschutschu-Bahn, die die Zwickauer Straße hinunterfuhr, war ein bunter Farbtupfer auf dem Weihnachtsmarkt.

Je nach Programm fanden sich die Fans vor der Bühne ein und beklatschten die Ensembles. Am Samstag sorgten das Ensemble Blechreiz, der Musikverein Mylau/Reichenbach und Jana Sammer für vorweihnachtliche Stimmung. Einige bedauerten, dass es in den Umbauphasen recht ruhig war. Zumindest mit Konservenmusik wäre da etwas zu machen gewesen.

Mit Einbruch der Dunkelheit strömten immer mehr Menschen in Richtung Postplatz, um die Après-Ski-Party mit den DJs von "Klees raus" zu erleben. Das wiederum ist etwas, was nur wenige Weihnachtsmärkte zu bieten haben.

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