Göltzschtalbrücke gibt es jetzt in Silber

Handwerkskunst trifft Hightech: Nach dem Wasserturm das Ziegelsteinbauwerk - Corinna Berge bietet vogtländische Motive in Edelmetall an.

Reichenbach.

Goldschmiedemeisterin Corinna Berge in der Reichenbacher Bahnhofstraße hat ein neues Produkt im Angebot: einen Kettenanhänger mit der Göltzschtalbrücke, gefertigt aus 925er Sterling-Silber, mit 20 Millimetern Durchmesser, auf Wunsch mit oder ohne Kette. Der Ladenpreis für einen Anhänger liegt bei 85 Euro.

Die Brücke ist schon das zweite Bauwerk, dessen Darstellung Corinna Berge gemeinsam mit Matthias Klein von der Manufaktur Silberkunstwerke aus Bad Gandersheim/Niedersachsen umgesetzt hat. Prototyp war der Wasserturm als dreidimensionales Schmuckstück, der auf Wunsch der Reichenbacher Stadtverwaltung hergestellt wurde.

Für das im Original 574 Meter lange und 78 Meter hohe Viadukt wurde die Darstellung im Ring gewählt. "Die Herausforderung war, die relativ lange Brücke in die richtige Perspektive zu bekommen, sodass man Pfeiler und Backsteinstruktur erkennt und trotzdem die Weite hat. Man muss so ein Bauwerk ja wiedererkennen", erklärte Matthias Klein. Er hat schon etwa 300 solche Sehenswürdigkeiten in Silber verwandelt, vom Alten Leuchtturm in Borkum bis zum Kölner Dom, vom Marktplatz in Freiberg bis zu Marienkirche und See in Prenzlau.

Für den Entwurf schaut er Fotos und Abbildungen an, wählt eine Perspektive aus und versucht, alles so präzise wie möglich in eine Handzeichnung zu bringen. Die nächste Stufe ist eine Computeranimation, die den Anhänger dreidimensional zeigt. Mit dieser technischen Zeichnung geht er zum Kunden, der Änderungswünsche äußern darf. Im Fall der Göltzschtalbrücke war Corinna Berge zum Beispiel der Zug auf der Brücke wichtig. "Er zeigt, dass dieses fantastische Bauwerk genutzt wird", so die Goldschmiedemeisterin. Auch die Backsteinstruktur sollte erkennbar sein. Nach der Freigabe wird eine Gummiform hergestellt. Dann folgt die traditionelle Herstellung im Schleudergussverfahren. Anschließend muss jedes einzelne Schmuckstück von Hand gesäubert und poliert werden, bevor es auf Reise zu Schmuckgeschäften, Firmen oder in Rathäuser geht. "Vor allem bei mittleren und kleinen Städten sind die Anhänger gefragt, denn hier ist der Identifikationsgrad höher als bei Großstädten", weiß der Kunsthandwerker. Oft werden die Schmuckstücke als Repräsentationsgeschenk genutzt. Auch bei ehemaligen Bewohnern der Orte sind sie beliebt. Und eben, um den Ort oder einen Teil davon bekannter zu machen. Das ist auch die Intention von Corinna Berge. "Ich habe den Anhänger ins Schaufenster gestellt und sofort viel Zuspruch bekommen. Die Leute finden die Idee cool."

Corinna Berge eröffnete ihr Geschäft 1990 in der Reichenbacher Oststraße. Seit 25 Jahren ist sie an der Bahnhofstraße ansässig. "Die Reichenbacher wissen oft gar nicht, wie schön es hier ist und was sie hier alles haben. Wenn Gäste von auswärts bei uns sind, hören wir immer, wie toll wir hier wohnen."

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