Großbrand zerstört ehemalige Brauerei

Mehr als 100 Feuerwehrleute waren stundenlang im Einsatz. Verletzt wurde niemand, das Gebäude an der B 92 in Oelsnitz ist jedoch schwer beschädigt. Der Betreiber des Fitnessstudios steht vor dem Nichts - doch aufgeben will er auf keinen Fall.

Oelsnitz.

Das Gebäude der einstigen Wetzstein-Brauerei an der B 92 in Oelsnitz ist bei einem Brand stark beschädigt worden. Das Feuer brach aus bislang unbekannter Ursache in der Nacht zu Samstag im oberen Gebäudeteil aus. Die Flammen zerstörten den Dachstuhl sowie den Großteil der oberen Etagen. In dem Gebäude befinden sich ein Fitnessstudio sowie ein Imbiss, außerdem eine Wohnung im hinteren Bereich. Verletzt wurde niemand, der Mieter der Wohnung war während des Brandes nicht anwesend. Er meldete sich am Samstag bei der Polizei. Die Kripo ermittelt und versiegelte die Zugänge zu dem Gebäude.

Gegen 4.30 Uhr war die Feuerwehr alarmiert worden - zunächst irrtümlicherweise wegen eines Brandes im Bereich Jahnteich. Schon bei der Anfahrt stellten die Retter fest, dass die Ortsangabe falsch war. Stattdessen brannte die einstige Brauerei an der Egerstraße - lichterloh und von Weitem sichtbar. "Der Himmel über Oelsnitz war blutrot", sagte Stadtwehr- und Einsatzleiter Jens Jacob.

Mehr als 100 Retter der freiwilligen Feuerwehren aus Oelsnitz, Adorf, Magwitz, Planschwitz, Taltitz, Tirpersdorf und Triebel sowie von der Plauener Berufsfeuerwehr waren im Einsatz. Hinzu kamen Kräfte von Polizei und Rettungsdienst. Die Löschwasserversorgung gestaltete sich anfangs schwierig, die Einsatzkräfte legten laut Jens Jacob schließlich eine Wasserleitung zum Stadtbad Elstergarten. Ein Übergreifen der Flammen auf den hinteren Gebäudeteil konnte die Feuerwehr so verhindern.

Die Löscharbeiten dauerten bis Samstagmittag. Weil durch die Zerstörung des Dachstuhls der Giebel auf die B 92 umzustürzen drohte, trug ihn eine Baufirma zum Teil ab. Der Bereich rund um das Brandgebäude wurde zudem aus Sicherheitsgründen abgesperrt, wie Stadtbaumeisterin Kerstin Zollfrank sagte. Der Schaden ist laut Polizei noch nicht bezifferbar. Die B 92 war bis kurz nach 15 Uhr gesperrt. Es kam zu Verkehrsbehinderungen, viele Schaulustige besuchten das Areal.

Nach Angaben von Oberbürgermeister Mario Horn (CDU) befindet sich das Gebäude in Privatbesitz. Größter Mieter ist das Fitnessstudio "Elster-Fit", Betreiber Frank Kilian übernahm es vor zehn Jahren. "Als mich die Polizei über den Brand informierte, dachte ich nur: Ich will nicht mehr, ich kann nicht mehr. Aber mit einem Tag Abstand kann ich sagen: Ich gebe nicht auf", erklärte Kilian am Sonntag. Er will in Oelsnitz kurzfristig nach Ausweichflächen suchen, hat bereits für Montag erste Besichtigungstermine vereinbart. "Mehr als 150 Nachrichten haben mich erreicht. Auch von der Konkurrenz. Viele wollen helfen."

Das "Elster-Fit" bot auf drei Etagen Säle mit Geräten zum Ausdauer- und Krafttraining, Kursräume, Saunen und einen Bereich für ästhetische Körperbehandlungen. "So ein schönes Studio, da tut einem das Herz weh. Zum Glück ist niemand zu Schaden gekommen", so Kilian. Sechs Mitarbeiter sind im Studio beschäftigt, zudem Freiwilligendienstler im Einsatz. Für den Ernstfall habe er Versicherungen abgeschlossen - sowohl für das Studio als auch die Mitarbeiter, sagte Kilian. Er wolle nun mit der Polizei das Material von Überwachungskameras auswerten, die er im Einsatz hat.

Neben dem Fitnessstudio bleibt auch der Imbiss im Erdgeschoss wegen der Brandschäden geschlossen. "Wir möchten uns recht herzlich bei allen Unterstützern für ihre Hilfe und tröstenden Worte bedanken. Ein besonderer Dank gilt den Feuerwehrleuten und Einsatzkräften, die in dieser Nacht bis an ihr Limit gegangen sind", schrieben die Betreiber auf ihrer Homepage.

Die Dampfbrauerei Eduard Wetzstein war 1885 gegründet worden, zu dieser Zeit entstand auch das markante Gebäude an der B 92. Als Brauerei war es bis 1990 genutzt worden. Das Ensemble mit den typischen Klinkerbauten steht wegen der industriegeschichtlichen und stadtbildprägenden Bedeutung auf der Liste der Kulturdenkmale des Freistaats.

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