Grünes Band durchzieht Reichenbach

Wolfgang Viebahn und Wolfgang Richter haben in einem Vortrag die Entwicklung der Parkanlagen geschildert. Das bot ein Aha-Erlebnis.

Wolfgang Viebahn schwärmte von den vielen Grünanlagen, die über das Reichenbacher Stadtgebiet verteilt sind.

Von Petra Steps

Der Verein Aqua et natura setzte jüngst die Reihe "Live aus dem Alten Wasserwerk" fort: Wolfgang Viebahn und Wolfgang Richter begaben sich dazu im Alten Wasserwerk auf eine virtuelle Entdeckungstour durch Reichenbach.

Viebahn sagte dabei: "Eigentlich geht das grüne Band von Hauptmannsgrün bis zur Göltzschtalbrücke. Wir haben es quer dazu gelegt. Diese Idee hatte unser Vereinsvorsitzender Wolfgang Michel." Er kam zu dem Schluss, dass zwischen Stadtpark und Park der Generationen ein sehr grünes Reichenbach liege.

Was Reichenbach an Grün zu bieten hat, war den meisten Zuhörern nicht so bewusst. Mehr als 30 Kleingartenanlagen, Siedlungen im Grünen, begrünte Straßen, Wohnbauten im Grünen in Reichenbach-West, Parkanlagen und sieben Friedhöfe mit vielen Bäumen zählte Viebahn auf. Dazu kommen noch die Wälder um die Stadt herum und bei den Ortsteilen. Viebahn: "Reichenbach ist nach 1870 zu einer grünen Stadt geworden. Die Bürger haben damals Grün gefordert." Als Beispiel zählte er die 1879 entstandene Anlage in der Mitte des Solbrigplatzes, die 1880 angepflanzte Kirschplantage an der Gaststätte "Zur Bleibe" und den ersten öffentliche Garten, aus dem 1890 der Stadtpark entstand, auf. Zudem erwähnte er den 1888 aufgeforsteten Stadtwald Schöne Aussicht sowie das heute noch als Hundesportplatz genutzte Gelände am ehemaligen Carlsturm. 1930 ging es mit dem Park im Alten Friedhof weiter, der seit 2009 Trinitatispark heißt. Eine sehr schöne Grünanlage wurde 1937 nach dem Bau des Wasserturms angelegt.

Nicht so sehr im Bewusstsein der Reichenbacher ist ein Grünzug von der Baumgarten- bis zur Platanenstraße. 1952 arbeiteten Oberschüler bei der Umgestaltung der durch den Bombenfall entstandenen Fläche zwischen Bahnhof- und Marienstraße zum Park des Friedens mit. Im zweiten Teil des Vortrages erinnerte Wolfgang Richter daran, dass er über diese Arbeitseinsätze seinen ersten Artikel für die "Freie Presse" geschrieben hat, als Volkskorrespondent. Seitdem hat er immer wieder Zeitungsbeiträge verfasst. Weitere Grünanlagen sind die Dammsteinsenke, jetzt Dathe-Hain, die Anlage am Friedrich-Engels-Platz oder der Grünzug zwischen Sperlingsberg und Unterer Dunkelgasse, der bis Oberreichenbach weitergeführt werden soll. Mit Luftaufnahmen belegte Richter die Veränderungen in der Altstadt, in deren Zug zwischen 2007 und 2009 aus dem Landesgartenschaugelände der Park der Generationen entstand. "Man geht oft mit Scheuklappen durch den Ort. Wenn man rechts und links guckt, kann man vieles entdecken", so Viebahn.

Der nächste Vortrag der Reihe "Live aus dem Wasserwerk" findet am 18. September, 17 Uhr, statt. Wolfgang Viebahn spricht zum Thema "Villen in Reichenbach".

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