Grundstücksgrenze geht durchs Fenster

Der Klinkerbau soll als stadthistorischer Zeitzeuge bewahrt werden. Parallel zum DRK-Bauvorhaben wird dabei auch die Lagerhalle instand gesetzt.

Reichenbach.

Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich: Die Grundstücksgrenze zwischen der Humboldtstraße 43 und 45 geht mitten durch den alten Klinkerbau. Von oben gesehen just durch das dritte Fenster.

Das macht es schwierig, wenn die Stadt Reichenbach in Zusammenhang mit der vom DRK geplanten Umnutzung der Industriebrache Humboldtstraße 45 zu einem Beratungs- und Begegnungszentrum die gesamte Front des Klinkerbaues, der das Stadtbild mit seiner Industriearchitektur prägt, als Zeitzeugen bewahren will.


"Wer hat denn die Grenzen so festgelegt und dabei einen Schnaps zu viel getrunken?", fragte SPD-Stadtrat Uwe Kukutsch im Technischen Ausschuss. Baufachbereichsleiter Sven Hörning verwies darauf, dass der Alteigentümer das Grundstück im mehrere Flurstücke teilen lassen hatte. Das obere Teilgrundstück wurde an Danilo Singer, das untere ans DRK verkauft. Im Zuge der Entbürokratisierung sei dafür keine baurechtliche Teilungsgenehmigung nötig gewesen. Jetzt aber habe die Stadt die Sache auf Tisch.

Um den baulichen Zusammenhang zu erhalten, sei es wichtig, dass Singer seinen Gebäudeteil nicht abreißt und durch eine kleinere Standard-Lagerhalle aus Zinkblech ersetzt, sondern dass er wie das DRK den vorhandenen Baukörper und die historische Klinkerfassade erhält. Dies verursache erhöhte Kosten. Jedoch sei über die Städtebauförderung eine finanzielle Bezuschussung möglich.

Die der Stadt vorgelegte Kostenberechnung des Bauplanungsbüros Christian Suhr wurde vom Sanierungsträger, der Kommunalentwicklung Mitteldeutschland GmbH aus Dresden, nach dem Preis-Leistungs-Verhältnis und auf Förderfähigkeit geprüft. Der Technische Ausschuss stimmte einmütig einer Förderung zu. Die Förderhöhe beträgt 28,48 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten, maximal jedoch 19.434 Euro. Die Maßnahme liegt im neuen Programmgebiet "Soziale Stadt - Gebiet 2" der Stadt Reichenbach.

Das neue Beratungs- und Begegnungszentrum an der Humboldt-straße soll rund 1,6 Millionen Euro kosten. Das DRK will dort seine Arbeit konzentrieren. Zwei Gebäude will man umbauen, vier Neben- und Hintergebäude müssen abgerissen werden. Geplant sind ein zweigeschossiger Neubau, ein großer Carport sowie ein Eingang vom Hof aus.

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