"Habe jeden Stein schon mal umgedreht"

Wahlen 2019: Jens Sölle kennt als Bauhofleiter jeden Winkel der Gemeinde. Er setzt auf Zusammenarbeit und Bürgernähe.

Neumark.

Zur Bürgermeisterwahl in Neumark am 26. Mai geht Jens Sölle als einer von drei Einzelkandidaten ins Rennen. Der 51-Jährige ist Vater von zwei erwachsenen Kindern und wohnt mit seiner neuen Lebensgefährtin und deren Kindern am oberen Sportplatz in Neumark.

In Reichenbach geboren, zog Sölle Ende der 1980er-Jahre nach Neumark. Der gelernte Schlosser arbeitete einst in den Vogtlandstoffen. 1990 absolvierte er seinen Zivildienst in Neumark und wurde dann Gemeindemitarbeiter. Seit 2013 leitet er den Bauhof der Gemeinde.

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"Ich bin fast 30 Jahre im Ort tätig. Die Leute kennen mich. Ich kenne jeden Winkel. Ich habe wohl jeden Stein schon mal umgedreht", sagt Jens Sölle. Leitungserfahrung bringt er auch mit. Er koordiniert den Einsatz der Bauhof-Mitarbeiter, Saisonkräfte und des technischen Personals. Von den Kitas über die Oberschule bis zum Friedhof kennt er sich in allen Einrichtungen aus und ist immer mit den Bürgern im Gespräch. "Ich weiß, wo die Säge klemmt, welche Wünsche und Sorgen die Leute haben", sagt er.

Der Entschluss, als Kandidat für die Bürgermeisterwahl anzutreten, sei in ihm selbst gewachsen. Dabei ist er sich gewiss: "Alle Kandidaten können keine Wunder vollbringen. Neumark werden wir nur in kleinen und feinen Schritten voranbringen."

Sein Programm umfasst zehn Punkte. Ganz oben steht auch bei ihm der Erhalt der Eigenständigkeit der Gemeinde. Das Misstrauen, das immer mal zwischen den Ortsteilen aufflammt, will er ausräumen. Deshalb ist sein Ziel eine "enge Zusammenarbeit mit den Ortsteilen Schönbach und Reuth, weil wir eine Gemeinde sind". Mit einem Bürgerhaushalt will er ein Mitspracherecht der Bürger bei der Verwendung öffentlicher Gelder bewirken. Für mehr Bürgernähe plant Sölle eine Bürgermeistersprechstunde. Seine Formel lautet: "Zusammenarbeit + Mitspracherecht + Bürgernähe = Eine Gemeinde für die Zukunft".

Einsetzen will er sich für die Erhaltung und Gestaltung der Kindertagesstätten in allen Ortsteilen nach öffentlich-rechtlichen Vorgaben. Er möchte die Gründung eines Gewerbevereins fördern, um das gesellschaftliche Leben für Jung und Alt attraktiver zu machen, und den Straßenbau auf Kreis- und Gemeindestraßen vorantreiben.

Ebenso hat er sich die Unterstützung der Vereine, zum Beispiel zum Erhalt des Freibades, der Gewerbetreibenden und Handwerker auf die Fahnen geschrieben. Der Neumarker Park mit seinen alten Bäumen müsse wieder zu einem gepflegten Erholungsort werden. Um Ordnung und Sauberkeit zu gewährleisten, kann er sich einen Streifendienst per Vertrag mit der flexiblen Einsatzgruppe aus Reichenbach vorstellen.

In seiner Freizeit schlägt Jens Sölles Herz für Zweiräder aus DDR-Zeiten. Ob SR 2, KR50 oder Berlin-Roller, er hält sie alle in Schuss. Wenn das Wetter passt, geht es damit mit seiner Partnerin über Land.

Freie Presse stellt die Neumarker Bürgermeisterkandidaten in loser Folge vor.

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