Haus aus Dornröschenschlaf geweckt

Die ehemalige Orchesterschule und Sternwarte Mylau öffnet am Sonntag für Besucher. Auch eine kleine Ausstellung ruft.

Mylau.

Bianca Böttcher und Christoph Zöbisch haben seit Juni fleißig gearbeitet, damit sie die ehemalige Orchesterschule und Sternwarte Mylau, zum Tag des offenen Denkmals öffnen können.

Die Dächer sind fertig, Fenster wurden eingebaut, Trockenbauarbeiten erledigt, Putz abgehackt. Die Sanitärinstallation hat begonnen. Noch sieht alles nach Baustelle aus, doch schon im kommenden Jahr soll im Haus eine kreativ-therapeutische Wohngruppe eröffnet werden. Bianca Böttcher freut sich, dass die Sanierung mit Firmen aus der Region erfolgt. "Alles hat so geklappt, wie wir uns das vorgestellt haben. Und wenn es Probleme gab, wurde gemeinsam nach Lösungen gesucht", sagte sie.

Nach einem Bericht in der "Freien Presse" im Juni haben sich viele Leute bei den neuen Eigentümern gemeldet und Dokumente sowie Bilder vorbeigebracht. "Irgendwie scheint hier jeder als Schüler oder Hortkind gewesen zu sein und so gut wie alle haben positive Erinnerungen an das Haus", freut sich Bianca Böttcher. Sie hat die Chronik des Astronomielehrers Jochen Stier zum Kopieren gebracht. Die Dokumente sind Teil der kleinen Ausstellung, die am Sonntag zu sehen ist.

Genauso interessant dürfte ein besonderer Kauf sein, den die beiden kürzlich getätigt hat: Sie fanden in Leipzig ein baugleiches 150-mm-Teleskop von Carl Zeiss Jena, wie es einst in der Kuppel eingebaut war. Das Interesse daran hat die Baupläne verändert. Es wird künftig einen Zugang zur Kuppel geben, der bei Führungen oder kleineren Veranstaltungen genutzt werden kann. Der letzte Astronomielehrer im Haus, Jens Förster, kam vorbei und hat fachliche Unterstützung angekündigt. Lediglich über die 1930 vom Architekten Rudolf Ladewig im Stil der Neuen Sachlichkeit errichtete und bis in den Krieg betriebene Orchesterschule haben die Eigentümer kaum Zeitzeugnisse.

Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude in der Ernst-Thälmann-Straße 60 wird zwischen 9 und 16 Uhr geöffnet. Es gibt einen Hausflohmarkt, Führungen durch das Haus und eine Ausstellung.

Weitere Angebote:

Schaudepot: Das Neuberin-Museum Reichenbach öffnet 10 bis 15.30 Uhr sein Schaudepot im Park der Generationen. Das Museum selbst ist zu.

Altes Wasserwerk: Der Verein Aqua et Natura lädt 14 Uhr im alten Wasserwerk im Park der Generationen zum Vortrag von Wolfgang Viebahn "Bauhaus auch in Reichenbach?" ein. Dort ist 10 bis 17 Uhr auch die Schau zur Flußperlmuschel zu sehen.

Kirche St. Marien:  12 und 17 Uhr ist die katholische Kirche in der Marienstraße in Reichenbach geöffnet. Jeweils zur vollen Stunde können die Besucher ein Orgelvorspiel erleben.

Wasserturm: Von 13 und 17 Uhr kann der Reichenbacher Wasserturm besichtigt werden. Sachkundiger Experte vor Ort ist Werner Voigt. wovi

Schloss Netzschkau: Geöffnet 9 bis 17 Uhr. 10.30 Uhr Eröffnung Sonderausstellung "Attimi Fuggenti - Flüchtige Momente", Zeitrafferbilder von Vito Marcone. 13 Uhr Öffentliche Führung durch das Schloss.

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