Hickhack um Radweg zur Göltzschtalbrücke

Ein Landtagsabgeordneter befürchtet, dass die Straße von der Göltzschtalbrücke nach Greiz zum Radweg wird. Reales Szenario oder Sturm im Wasserglas?

Reichenbach/Greiz.

Warum mit großem Aufwand einen Radweg planen und bauen, wenn man stattdessen auch einfach die Autos von einer regulären Straße verbannen und dort nur Radler zulassen kann? Dieses Szenario befürchtet der Thüringer Landtagsabgeordnete Dirk Bergner (FDP). Seiner Einschätzung nach droht dies der Staatsstraße S 295 zwischen Mylau und Greiz. Am 15. Oktober tagt der Ausschuss für Infrastruktur, Landwirtschaft und Forsten des Thüringer Landtages. Eines der Themen sei laut Bergner: Welche Auswirkungen hätte ein Abstufen der Göltzschtalstraße zur Radstraße? "Das schafft nicht nur Probleme für die an der Straße anliegenden Unternehmen, die auf die Belieferung per Straße angewiesen sind", schätzt der Abgeordnete ein. "Auch viele Pendler müssten Umwege in Kauf nehmen, wodurch die Umwelt zusätzlich belastet wird."

Sein Greizer Amtskollege Christian Tischner (CDU) hält den Ball dagegen eher flach. "Diese mögliche Umwidmung der Staatsstraße ist nur eine von vielen Varianten, die zurzeit geprüft wird, um endlich für Radler einen direkten Anschluss vom Elsterradweg zur Göltzschtalbrücke zu schaffen", sagt er der "Freien Presse". Ob das wirklich so kommt, sei noch völlig unklar. "Meine Lieblingsvariante wäre das nicht", ergänzt er. "Aber selbst wenn es so kommt, würden für die dortigen Betriebe sicherlich Ausnahmeregelungen geschaffen." Er wirft dem FDP-Abgeordneten Bergner deshalb Panikmache vor. Vermutlich wolle sich dieser im Vorfeld der Landtagswahl profilieren.

Ist das so? Der Reichenbacher CDU-Landtagsabgeordnete Stephan Hösl stimmt seinem Thüringer Parteikollegen Tischner zwar zu, dass die Umwidmung der Staatsstraße nur eine von mehreren Varianten darstellt. "Aber es wäre sicherlich eine Variante, um schneller zum Ziel zu kommen", gesteht er ein. Und für Anfang nächster Woche ist immerhin schon mal eine gemeinsame Erklärung der vier Bürger- und Oberbürgermeister von Reichenbach, Greiz, Netzschkau und Elsterberg zu diesem Thema angekündigt.

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