Himmelslieder als klingendes Lob der Christnacht

Trinitatis-Kantorei und Vocalkreis treten in Trinitatiskirche auf

Reichenbach.

Viele Stimmen widmeten sich am Sonntag in der Reichenbacher Trinitatiskirche der Weihnachtsgeschichte, des Wunders der Geburt Jesu Christi: Zum einen vereinten der Reichenbacher Vocalkreis und die Trinitatis-Kantorei immerhin 38 Sängerinnen und Sänger. Zum anderen erklangen unter Leitung von Andreas Kamprad in dem "Himmelslieder" überschriebenen Konzert Werke ganz unterschiedlicher Komponisten.

Da war das choralartige "Der Morgenstern ist aufgedrungen" von Michael Praetoris ebenso vertreten wie Felix Mendelssohn Bartholdys überirdisch schöner achtstimmiger Chor "Frohlocket, ihr Völker auf Erden". Es wurden kompakte hymnische, von dicht geschichteten Akkorden geprägte Gesänge des Amerikaners Morten Lauridsen und des Franzosen Francis Poulenc bewältigt. Ein Höhepunkt des anderthalb Stunden langen Programms war sicher Benjamin Brittens 1942 entstandener elfteiliger "Kranz von Lobechören". Bei diesem Werk galt es für den Vocalkreis neben zutiefst innigen Passagen auch dynamische, äußerst konfliktfreudige oder bewegt deklamierende Wegstrecken zu meistern. Außerdem trat bei der Liedfolge, einfühlsam gespielt von der jungen Hannoveranerin Christiane Werner, eine Harfe hinzu.

Beide Gesangsensembles zeichneten sich am Sonntag durch große Geschlossenheit, Reinheit der Wiedergabe, ansprechende Klangkultur und beträchtliche Gestaltungskraft aus. Und man hatte mit Ulrike Penz und Silvia Spröte (beide Sopran) auch zwei sichere, Freude am Musizieren ausstrahlende Solistinnen in den eigenen Reihen.

Dass dem Abend eine gründliche Probenarbeit vorausging, dass darüber hinaus Verlass war auf in Jahren erworbene künstlerische Fundamente, war auch daran zu erkennen, welche Ruhe und Harmonie Kamprad als musikalischer Leiter ausstrahlte. Alles ging ohne Nachdruck, ohne gespreizte Gesten, ohne angestrengte, nach außen gekehrte Autorität. Die Harfenistin Christiane Werner, die noch eine Solo-Suite von Benjamin Britten beisteuerte, bereicherte diese Musizierkultur auf das Beste. Die gebürtige Lüneburgerin brachte die enorme Klangvielfalt ihres Instruments stilsicher ein, erwies sich als Meisterin der leisen, filigranen Töne und stand in Sachen Ausdruck nicht hinter den Sängerinnen und Sängern zurück.

Die etwa 200 Zuhörer spendeten am Ende langanhaltenden, bewegten Beifall.

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...