Höhenflüge und ein Absturz: Das ist der Vogtländer des Jahres

Der Plauener Falkner Hans-Peter Herrmann und sein Team genießen ihren Erfolg. Dahinter stecken harte Arbeit und Herzblut.

Plauen.

Pure Freude herrschte bei der Übergabe der Trophäe "Vogtländer des Jahres 2019" an Falkner Hans-Peter Herrmann und sein Team. Von 3000 Stimmen entfielen 800 auf den Falkner, gefolgt vom 17-jährigen Lebensretter Jonas Sobetzke aus Muldenberg (Rang 2) und dem elfjährigen Johannes Beurich aus Plauen (Rang 3), der seinem kleinen Bruder Wilhelm nach einem Unfall Erste Hilfe geleistet hatte.

Die Entscheidung dürfte vielen Teilnehmern der alljährlichen Umfrage zum Vogtländer des Jahres diesmal angesichts der starken Konkurrenz besonders schwergefallen sein. Unter den durchweg respektablen Kandidaten waren unter anderem Arnfried Völkel, der pfiffige Bastler aus dem Freizeitpark Plohn, Lutz Neumann, der als Direktor der Berufsakademie Plauen einer Ministerin in Dresden die Stirn bot, und Lea-Sophie Gauglitz, das Gesicht von Fridays for Future im Vogtland.

Und dessen ist sich Hans-Peter Herrmann bewusst. "Es ist uns eine sehr große Ehre", betont der Chef und Macher der Falknerei, und er sieht es als Verpflichtung. Denn als der Standort im Gewerbegebiet Reißig wackelte und sich die Pläne für einen Umzug ins Pfaffengut zerschlugen, trug eine Welle der Unterstützung die Idee des Plaueners und machte den Weg schließlich frei für sein Vorhaben. 2019 - das war der Durchbruch für Hans-Peter Herrmann und sein Team. Das besteht aus drei hauptberuflichen und drei nebenberuflichen Mitarbeitern.

Was am Rande Plauens entstehen soll, ist das Projekt "Falknerei und Naturerlebniszentrum" mit einer Zuchtstation, die weitgehend fertiggestellt ist und Maßstäbe setzen soll. Drei von 17 Schauvolieren sind fertig. Hunderttausende Euro stecken drin und jede Menge Herzblut und Schweiß. Vom reinen Zuschauen geht es für die Besucher künftig mehr zum Mitmachen: mit Walderlebnispfad und weiteren Erlebnissen. Was alles im Detail geplant ist, das verrät Hans-Peter Herrmann noch nicht. Nur soviel: "Natur, Tiere, Wissen, Humor." Der Start in die neue Saison ist im April geplant und von weiten Bauaktivitäten begleitet. Die Fertigstellung des Gesamtvorhabens ist bis Ende 2020 angepeilt.

Schon jetzt ist die Falknerei Herrmann zur größten im Osten Deutschlands gewachsen, zum Alleinstellungsmerkmal und Touristenmagnet im Vogtland. In sozialen Medien gehört die Falknerei zu den Stars. Durchweg gibt es dort Top-Werte. Bei gut 320 Facebook-Bewertungen sogar den Maximalwert 5,0. Hans-Peter Herrmann freut das, hat er sich doch mit der Falknerei einen Kindheitstraum erfüllt.

Dass die Bäume dennoch nicht in den Himmel wachsen, musste er schmerzvoll erleben. Bei Bauarbeiten kurz vor Weihnachten stürzte er aus vier Meter Höhe ab, brach sich den rechten Arm und erlitt Prellungen. Beim Neujahrsempfang der Stadt Plauen ließ er sich nichts anmerken und genoss die Glückwünsche an den Vogtländer des Jahres durch Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer (FDP). "Wir freuen uns, dass sie hiergeblieben sind", sagte Oberdorfer. Und der Applaus zeigte, dass dies nicht nur der OB so sieht.


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