Holzbach-Steig: Brückenschlag macht Rundweg wieder begehbar

Touristik-Unternehmer Dieter Käppel hat nach einem Sturm in seinem Wald aus der Not eine Tugend gemacht. Davon profitieren Wanderer und touristische Attraktionen.

Mühlwand.

Bei den symbolträchtigen Verkehrsfreigaben nach größeren Straßenbauprojekten marschieren oft Politiker und Vertreter der Wirtschaft auf und betonen die Wichtigkeit des Brückenschlags. Das ist jetzt bei einer von Dieter Käppel vorgenommenen Verkehrsfreigabe am Holzbachsteig ein wenig anders gewesen. Der Touristik-Unternehmer, der die nahegelegenen Floßteiche zu einem Gäste-Magneten entwickelt hat, kramt einen Hammer aus seinem Rucksack, nagelt einen Wegweiser an einen am Steig stehenden Baum und blickt zufrieden auf die neue Brücke über den Bach. "Fertig, jetzt muss das Ganze nur noch bekannt werden", sagt der einstige Kommunalpolitiker quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Doch die Aktion hat für Wanderer wie Touristikanbieter zwischen Lengenfeld, Buchwald und Reichenbach nicht weniger Bedeutung als eine Straßenfreigabe. Denn der mehr als fünf Kilometer lange, vom Vogtland-Panorama-Weg gleich hinter Käppels Teichwärterhaus bis zum Perlaser Turm führende Holzbachsteig ist auch dank seines Abzweigs nach Buchwald stets gut frequentiert. Beziehungsweise war er das, bis die am Buchwald-Abzweig stehende und altersschwache Holzbrücke in die Knie ging. "Seit ein, zwei Jahren ist sie nicht mehr passierbar. Damit geht's an dieser Stelle auch nicht mehr nach Buchwald, seither liegt der Rundweg brach", berichtet Dieter Käppel über viele Wanderer, die das Fehlen des direkten Anschlusses zu touristischen Attraktionen wie dem Gold-Museum und den Vogtland-Alpakas in Buchwald oder zum Besucherbergwerk Alaunwerk Mühlwand und natürlich zu Käppels Teichen beklagen.


Doch seit ein paar Tagen ist der Rundweg dank der neuen Brücke wieder begehbar. Ein Zufall hat es so gewollt, berichtet Dieter Käppel über eine durch seinen nahen Wald rauschende Böe. Der Sturm warf eine 22 Meter hohe, direkt am Bach stehende Fichte um. "Erst hab ich mich gefragt, was ich jetzt mit dem Riesen machen soll. Dann kam mir der Einfall mit der Brücke, da die alte ja nur ein paar Meter entfernt ist", sagt der Unternehmer und spricht von einer schnellen Umsetzung seiner Idee: Zunächst wurde der mächtige Baum portioniert. Dann rückte schwere Technik der Falkensteiner Waldwirtschaft Axel Groß zwei große Stämme über den Holzbach - an einer Seite sägten die Männer sogar noch Stufen ins Holz. Fertig war die neue Brücke, die anders als ihr Vorgängerbau nicht der Öffentlichkeit gewidmet ist. "Offiziell ist die Brücke Teil meines Forstwegs, aber natürlich darf sie jeder gerne benutzen", betont Dieter Käppel.

Sehr zur Freude etwa der Vogtland-Alpakas Buchwald, die den Steig auch bei geführten Wanderungen nutzen. "Das ist ja wunderbar. Wir probieren das gleich aus", sagt Ursula Stöcker vom Alpaka-Hof. "Ohne eine Brücke sind unsere Tiere nicht über den Bach zu bekommen." Freude auch bei Limbachs Bürgermeister Bernd Damisch (FDP): "Tolle Initiative, dafür sind wir auch als Gemeinde dankbar. Die alte Brücke war im Rahmen einer ABM errichtet worden, das könnten wir jetzt so ohne weiteres gar nicht leisten."

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...