Hund im heißen Auto: Besitzer muss Bußgeld zahlen

Der Reichenbacher hatte Widerspruch gegen den Bescheid eingelegt - deshalb verhandelte nun das Amtsgericht

Plauen/Reichenbach.

Fast so heiß wie in diesen Tagen war es auch am 26. August 2017. Damals ging ein 49-jähriger Reichenbacher in Pöhl mit seinem Hund spazieren. Dann war das Tier müde und erschöpft, der Besitzer ließ es ins Auto und entfernte sich. Zu dieser Zeit stand das Fahrzeug in der prallen Sonne. Zwei Stunden und 50 Minuten musste der Hund im Wagen verharren, so stand es später im Bußgeldbescheid. Die Polizei wurde gerufen. Der Hund überlebte, war aber in keiner guten Verfassung.

150 Euro Bußgeld sollte der Besitzer zahlen. Dagegen legte der Reichenbach, ein Jurist, Widerspruch ein. Gestern hat das Amtsgericht in Plauen verhandelt.

Richter Michael Rüsing fragte, wie bei Bußgeldverfahren üblich, nach dem Grund des Widerspruchs. Der Beschuldigte sagte, der Hund sei nicht zwei Stunden und 50 Minuten allein im Auto gewesen, sondern nur eine Stunde und 15 Minuten. Das Auto habe im Schatten gestanden, zwei Scheiben habe er ganz geöffnet. Die Innentemperatur habe 28 Grad betragen, außerhalb hätten 24 bis 26 Grad geherrscht. 28 Grad seien für seinen Vierbeiner, einem kaukasischen Hütehund, normal.

Richter Rüsing bezweifelte diese Angaben. Woher der Hundebesitzer die genaue Temperatur eigentlich wissen wolle, fragte Rüsing den Beschuldigten, ob der Mann sie nachgemessen habe. Der geringe Abstand zwischen Außen- und Innentemperatur von zwei Grad sei schlichtweg falsch. Wenn ein Wagen in der prallen Sonne steht, steigen die Innentemperaturen weitaus höher. Die Autoscheiben seien zudem nicht völlig, sondern nur eine Handbreit geöffnet gewesen. Auch Trinkwasser habe gefehlt. Die Zeitdauer konnte nachträglich nicht mehr festgestellt werden.

Muriel Frach, Tierärztin vom Veterinäramt des Vogtlandkreises, sagte als Zeugin aus. Ihr zufolge könne ein Hund schon einen schwerwiegenden Schaden davontragen, wenn er nur eine Viertelstunde in einem überhitzten Auto verbringen müsse. Das Tier habe also schwere Qualen erleiden müssen. Ob sich der Hund noch in der Obhut des Reichenbachers befindet, kam vor Gericht nicht zur Sprache.

Richter Rüsing bestätigte das Bußgeld von 150 Euro. Der Mann kann nun innerhalb einer Woche Widerspruch einlegen, dann erst wird das Urteil rechtskräftig. (sher)

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