Hundetod: Beschuldigter bestreitet Vorwürfe

Die erste Verhandlung musste gestern jedoch abgebrochen werden

Auerbach.

So etwas gibt es nicht oft im Auerbacher Amtsgericht: Das Interesse für den Prozess am Mittwoch um einen getöteten Hund war so groß, dass die Sitzplätze nicht ausreichten. Einem 62-jährigen Vogtländer wird vorgeworfen, dass er im Herbst 2016 an einem Wildgehege bei Kottengrün einen Schäferhund-Mischling namens Meddox mit der Kugel aus einer Schusswaffe so schwer verletzt hat, dass dieser verblutet ist.

Weil eine wichtige Zeugin nicht erschienen war, wurde die Verhandlung abgebrochen. Die Frau hatte bei der Vernehmung durch die Polizei zu Protokoll gegeben, einen Schuss und danach die Laute eines Hundes gehört habe. Außerdem habe sie gesehen, wie der Beschuldigte etwa 15 Minuten nach dem Schuss mit einem Fahrzeug an den Ort des mutmaßlichen Geschehens zurückgekehrt sei - das Wildgehege bei Kottengrün gehört ihm.

Fest stehe laut Aussage eines Zeugen, dass das etwa zwei Meter neben dem Gehege gefundene Blut von Meddox stammt. Nach Aussagen zweier anderer Zeugen hat sich der Beschuldigte auch gegenüber ihren Hunden aggressiv verhalten.

Die Aussagen der Frau hätten dazu beigetragen, dass der Beschuldigte unter Tatverdacht geraten sei, sodass bereits im September 2017 eine Geldstrafe in Höhe von 2000 Euro wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz gegen ihn verhängt wurde. Weil er damit nicht einverstanden war, ging er in Widerspruch. Deshalb kam es gestern zur Verhandlung. Bei dieser bestritt der Beschuldigte sowohl das Anlegen des Gewehrs als auch den Tötungs-Vorwurf. "Von Mitte September bis Mitte Oktober ist beim Rotwild die Hirschbrunft. Da brauchen die Tiere Ruhe. Ich führe in der Zeit gar keine Waffe mit."

Neuer Termin: 17. August. Bei der Fortsetzung könnte die Strafe höher als 2000 Euro ausfallen. Denn es wird nicht mehr nur wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz, sondern auch wegen der juristisch als Sachbeschädigung bezeichneten Tötung des Hundes weiterverhandelt. Darauf verständigten sich gestern Richter und Staatsanwalt.

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