Im ehemaligen Rathaus soll künftig wieder Leben herrschen

"Freie Presse" geht der Frage nach, welche Vorhaben den Ortschaftsräten in diesem Jahr auf den Nägeln brennen. Heute: Mylau.

Mylau.

Bis zur Fusion Mylaus mit Reichenbach vor fünf Jahren war das Rathaus an der Reichenbacher Straße der Ort, an dem über die Geschicke der Stadt entschieden wurde. Jetzt ist das Haus mit seinen zwei Etagen weitestgehend verwaist. Ein Zustand, der Ortsvorsteherin Gisela Weck ein Dorn im Auge ist. Sie wünscht sich ein Nutzungskonzept für die Immobilie.

Die Ortsvorsteherin sagt: "Für was wir uns entscheiden, ist erst einmal zweitrangig. Es gibt viele gute Ideen. Wichtig ist, dass das Haus nicht länger leer steht und dem Verfall preisgegeben ist." Gisela Weck, die sich auch schon mit dem Ortschaftsrat über das Thema ausgetauscht hat, kann sich gut eine Mischnutzung vorstellen: Unten öffentliche Räume, oben Wohnungen. Zum Sitzungsraum des Ortschaftsrates und dem derzeit geschlossenen Bürgerbüro im Erdgeschoss würden auch gut Vereinsräume passen. Aber auch eine gewerbliche Vermietung von Büroräumen kommt für Gisela Weck infrage.

Mit relativ wenig Aufwand ließe sich ein anderes Vorhaben des Gremiums umsetzen: Die Querverbindung zwischen dem Hirschsteig und dem Freibad, bisher eher eine Art Trampelpfad, würde sich gut in das Gesamtgefüge des sowieso auf der Agenda stehenden Rad- und Wanderwegenetz des Ortes einfügen. Aufschottern und Freischneiden des Weges reichen aus Sicht von Gisela Weck völlig aus.

In Richtung Göltzschtalbrücke ist der Ortsvorsteherin ebenfalls eine Aufwertung des Radwegenetzes wichtig. Dazu sei es aber erforderlich, endlich die Schutthaufen entlang der Strecke wegzuräumen, die Notsicherungsmaßnahmen an einsturzgefährdeten Gebäuden hinterlassen haben.

Weck sagt: "Ich weiß, dass dafür der Landkreis eigentlich nicht zuständig ist, weil die Haufen auf Privatgrundstücken liegen." Aber der derzeitige Zustand sei in mehrerlei Hinsicht untragbar. Touristen auf dem Weg zur Göltzschtalbrücke könne man nicht auf einem Weg entlangführen, der von Schutthalden gesäumt ist. Auch für die Anwohner sei diese Optik eine Zumutung.

Dass Kinder auf den Schuttbergen spielen und dort schon Höhlen angelegt habe, sei dann schon eine ganz andere Kategorie: Es gehe also auch um die Beseitigung von Gefahrenquellen. Die Ortsvorsteherin ist sich sicher: "Eine Absperrung und ein Hinweisschild, dass Eltern für ihre Kinder haften, ist jedenfalls keine Lösung."

Der Ortsvorstand hat sich noch eine Menge kleinerer Vorhaben überlegt, die bei der Umsetzung eine große Wirkung entfalten könnten. So gibt es für die Rollbahn einen Sponsor, der einen Sanitärcontainer zur Verfügung stellt. Was fehlt, ist der Wasseranschluss. Ein paar Wohnmobilstellplätze im Bereich des Freibades würden Mylau auch gut zu Gesicht stehen und die Attraktivität des Ortes erhöhen. Hundetoiletten wären eine sinnvolle Einrichtung, um das Problem mit dem Hundekot auf den Wegen in den Griff zu bekommen.

Nach der Fertigstellung der Burgauffahrt denkt die Ortsvorsteherin schon weiter: Die Hainstraße und Rotschauer Straße schreien regelrecht nach einer Sanierung. Geordnete Parkmöglichkeiten für Autos auf der nach einem Gebäudeabriss frei gewordenen Fläche am Friedenshain würden sich in das Umfeld der Kaiserburg Mylau ebenfalls gut einfügen.

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