Im Fokus: Mobbing, Drogen, Handyverbot

Ein Ellefelder steht seit Kurzem an der Spitze des vogtländischen Kreisschülerrats. Er will später gern selbst auf die Seite der Lehrer wechseln.

Ellefeld.

Komplett neu gewählt worden ist der vogtländische Kreisschülerrat. "Wir müssen uns jetzt erst mal zusammen einarbeiten", sagt Lenny Roth (17). Der Ellefelder ist neuer Vorsitzender des Gremiums, er setzte sich bei der Wahl Ende September gegen zwei Mitbewerber durch. Sein Stellvertreter wurde Louis Müller aus Theuma. Ein wichtiges Ziel steht für Roth schon fest: Er möchte den Kontakt zu den Sprechern der einzelnen Schulen ausbauen, jedes Vorstandsmitglied soll als "Regionalpate" fester Ansprechpartner für bestimmte Gebiete werden. "Viele wissen gar nicht, dass es einen Kreisschülerrat im Vogtland gibt", sagt der Ellefelder, der bereits seit zwei Jahren in der Schülervertretung mitmischt. Genauso lang ist der 17-Jährige Sprecher des Rodewischer Pestalozzi-Gymnasiums, Klassensprecher bereits seit fünf Jahren.

Zu den Themen, mit denen sich der Rat befasst, zählen laut Lenny Roth Handy-Verbote ebenso wie die allgemeine technische Ausstattung von Schulen, Schülerbeförderung, Mobbing oder Drogen. Im Vergleich zu anderen sächsischen Regionen sei das Vogtland gut aufgestellt, meint der Ellefelder: "Zum Beispiel gibt es bei uns weniger Unterrichtsausfall." Und der Drogenmissbrauch habe "abgenommen". Gut findet er, dass eine Plauener Schule jetzt in Sachen Mobbing mit Carsten Stahl kooperieren will - der Schauspieler und Kampfsportler engagiert sich bekanntlich seit Langem bei diesem Thema.

Der Umgang mit Handys werde von Schule zu Schule verschieden gehandhabt. "In der Pause sollte die Benutzung möglich sein", findet Roth - das sei aber seine persönliche Meinung, einen Beschluss gebe es dazu nicht. Er verweist auf das Rodewischer Modell: Handys dürfen in der großen Pause außerhalb des Gebäudes sowie beim Warten auf den Bus verwendet werden. Und so sei das auch okay. "Anderswo müssen die Handys abgegeben werden und kommen in einen Spind", das sei "nicht zeitgemäß", findet er.

Die Schülervertretung sei sein Hobby, das mache er mit "Herzblut", sagt Lenny Roth: "Ich brenne dafür." In der Gruppe "Junges Ellefeld" setzt er sich zudem für die Interessen der Jugend in seiner Heimatgemeinde ein. Sein Ziel nach dem Abitur: Er möchte gern Lehramt studieren, später Deutsch und Gemeinschaftskunde unterrichten.

Geht er vielleicht eines Tages in die Politik? Das möchte der junge Mann nicht ausschließen. Für den Kreisschülerrat sei die Politik allerdings tabu, deshalb möchte sich der frisch gekürte Vorsitzende auch nicht weiter zur Bewegung "Fridays for Future" positionieren, die seit Monaten die Schlagzeilen beherrscht. "Auf jeden Fall bewegt uns das Thema sehr", sagt er salomonisch.

Lenny Roth setzte sich bei der Wahl zum Vorstandsvorsitzenden mit zehn Stimmen gegen Louis Müller (sieben) und Valentin Perevalov (drei) durch. Die Wahl zum Vize gewann Louis Müller. Neue Vorstandsbeisitzende sind Valentin Perevalov, Marlene Enders, Sophia Wolf und Lucia Beer de Vera. Als Landesdelegierte wurden Lenny Roth, Josef Schneidenbach und Laura Giesler gewählt.

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