In Winterkleidung zur Aktfoto-Schau

Die Kunsthalle Vogtland feiert die Freiheit der Kunst und den menschlichen Körper. Am Freitag öffnet die lustvolle Foto-Schau im Stadtpalast.

Reichenbach.

Am Freitag, 19 Uhr, wird im Stadtpalast Solbrigplatz 1 in Reichenbach die Ausstellung "Meine Lust mach ich mir selbst" mit 59 Arbeiten der 1986 in Greiz geborenen Fotokünstlerin und Diplom-Kulturwissenschaftlerin Franziska Barth eröffnet.

Die Foto-Schau hatte im Vorfeld für Wirbel gesorgt, weil der Geschäftsführer der Vogtland Kultur GmbH von seinem Hausrecht Gebrauch machte und die Ausstellung im Foyer des Neuberinhauses, wo seit 2017 bislang alle Ausstellungen der Kunsthalle stattfanden, verbot. Der Grund: zu viel nackte Haut und angebliche Jugendgefährdung.

"Wir bedauern diese Absage sehr. Aber nach intensiver Suche und vielen Absprachen sind wir sehr froh, dass es uns gelungen ist, den Eröffnungstermin zu halten und einen neuen Ort für diese wundervollen Werke zu finden", sagt Severin Zähringer, Vorsitzender des Fördervereins. Die jetzt vom Verein verbreitete Pressemitteilung trägt die Überschrift: "Die Kunsthalle Vogtland feiert die Freiheit der Kunst und den menschlichen Körper".

Die anspruchsvollen Aktfotografien der Künstlerin zeigen Menschen in der Natur oder in ihrer gewohnten Umgebung und brechen bewusst mit Darstellungen sexistischer Hochglanzerotik in der Werbe- und Pornoindustrie. Franziska Barth erlebe bei ihrer Arbeit mit Schülern oft selbst, dass es bei den Kindern und Jugendlichen ein angespanntes Verhältnis zur eigenen Körperlichkeit gibt. "Die Ängste sind nicht die der Kinder. Es sind die der Erwachsenen", wird die Künstlerin, die selbst Mutter einer zweijährigen Tochter ist, in der Presseinformation zitiert. Und Frank Lorenz, künstlerischer Leiter der Kunsthalle, erklärt: "Es ist trotz der ganzen Umstände und Schwierigkeiten gut, dass diese Diskussion geführt wird."

Zur Vernissage am Freitag werden Wintersachen empfohlen, warme Kleidung und festes Schuhwerk, da der Stadtpalast stark sanierungsbedürftig und unbeheizt ist. Der Zugang erfolgt über die Albertistraße. Nur die Ausstellungsräume in der ersten Etage, das große und das hintere Treppenhaus inklusive Remisenzufahrt sind zugänglich. Die Laudatio zur Vernissage hält Kulturwissenschaftler Thomas Kaestle, den musikalischen Part übernimmt Christoph Beer am Saxofon, der auch Sophie Casna bei einer tänzerischen Performance begleitet.

Die Ausstellung ist bis 12. April im Stadtpalast am Solbrigplatz zu sehen. Geöffnet ist sonntags von 13 bis 16 Uhr oder nach individueller Absprache, Ruf 03765 6676467.


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