Inkasso-Betrüger in Reichenbach aktiv

Zehn Personen haben sich wegen einer aggressiv formulierten Mahnung an die Verbraucherschützer gewandt. Die Dunkelziffer ist unbekannt.

Reichenbach.

Der Firmensitz ist in Polen, die Fax-Nummer aus Großbritannien und das Schreiben voller Rechtschreibfehler: Mehrere Personen im Vogtland haben in den letzten Wochen dubiose Post der sogenannten "Astra EU Inkassso GmbH" erhalten. Darin wurden sie aufgefordert, mehrere hundert Euro für ein Gewinnspiel zu bezahlen, an dem sie angeblich teilgenommen hätten. Andernfalls müsse das Unternehmen bei ihrer Bank eine Vorpfändung anstrengen, wodurch ihr Konto unverzüglich gesperrt würde.

Zehn Betroffene - alle aus Reichenbach - erkannten den "Gerichtlichen Mahnbescheid" als Betrug und wandten sich an die Verbraucherzentrale Auerbach, die solche Anschreiben nur allzu gut kennt. "Die Leute, die sich bei uns melden, sind nur die Spitze des Eisbergs", sagt Heike Teubner, die Leiterin der Beratungsstelle. Manchmal sind die Täter erfolgreich, denn sie wählen ihre Opfer sorgfältig aus und spielen mit deren Sorgen. "Ältere Menschen bekommen plötzlich Angst, dass ihre Rente gepfändet wird. Und dann bezahlen sie, um wieder ihre Ruhe zu haben" sagt sie. Aber wer einmal Geld überweist, werde schnell erneute Zahlungsaufforderungen erhalten. Manche Menschen verlören auf diese Art viel Geld. Trotzdem könne die Polizei kaum gegen die Täter vorgehen. Zu weit entfernt sind Firmensitze und Drahtzieher. Teubner empfiehlt daher: "Bei ausländischen Konten ist grundsätzlich Vorsicht geboten. Fragen Sie sich, ob Sie an einem solchen Gewinnspiel wirklich teilgenommen haben und achten Sie auf Rechtschreibfehler in den Schriftstücken." (bki)

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