Insolvenz war gestern - Bei Paracelsus geht's wieder aufwärts

Fassade und Dach des Reichenbacher Krankenhauses werden zurzeit saniert. Die Geschäftsleitung will noch in weitere Projekte investieren.

Reichenbach.

Sie haben in den vergangenen Tagen ganz schön rangeklotzt. Andy Gnädig und Torsten König haben ganz allein rund 3000 Quadratmeter Gerüst an der Fassade der Paracelsus-Klinik Reichenbach aufgebaut. Weitere Handwerker stehen schon in den Startlöchern. Die Außenwände des Krankenhauses sollen komplett neu gestrichen und das Dach saniert werden. Kosten: zirka 300.000Euro.

Auch andere haben rangeklotzt - hinter den Kulissen. Zum Beispiel der ärztliche Leiter Dr. Jens Fielitz und seine Kollegen. Nachdem die Klinikkette Ende 2017 Insolvenz angemeldet hatte, wirbelten Ärzte und Pfleger bis in den Sommer 2018 hinein, um das Krankenhaus irgendwie zu retten. Und dies mit ungewissem Ausgang. Erst mit dem Einstieg des Schweizer Investors Porterhouse um Felix Happel ging es bei Paracelsus wieder aufwärts.


"Vor einem Jahr waren wir klinisch tot", brachte es Jens Fielitz am gestrigen Donnerstag auf den Punkt. Die neuen Investitionen in Dach und Fassade will er deshalb ausdrücklich als Signal verstanden wissen, dass der neue Eigentümer langfristig am Reichenbacher Standort festhält. Oberbürgermeister Raphael Kürzinger (CDU) empfindet das genauso. "Das ist ein Zeichen an die Bevölkerung, dass es mit der Klinik wieder aufwärts geht", so der Rathauschef. Ein Lichtblick für die Stadt seien die Investitionen in das Krankenhaus allemal.

Bei Dach und Fassade will man es nicht bewenden lassen. Klinikmanager Sven Hendel kündigte den Kauf von noch einmal 50 neuen Patientenbetten an. Zusammen mit den 50, die Ende des vergangenen Jahres angeschafft wurden, sind das dann insgesamt 100 Stück. Neue Betten, das klingt vielleicht unspektakulär. Die Rechnung dafür ist es eher nicht. "Die 100 Betten kosten zusammen rund 400.000Euro", so Hendel. Auch dies könne man als Bekenntnis zum Standort Reichenbach werten. Weitere Investitionen in die EDV und auf anderen Gebieten sollen folgen. Außerdem soll der Standort Reichenbach enger mit den anderen Paracelsus-Häusern in der Region verknüpft werden. Das heißt, man wolle sich in den verschiedenen Städten auf verschiedene Bereiche spezialisieren. Dies bedeutet laut Dr. Uwe Neumann, dem stellvertretenden Ärztlichen Leiter, aber nicht, dass man sich in Reichenbach von einigen der jetzigen Bereiche verabschieden werde. Die ärztliche Grundversorgung bleibe erhalten. Uwe Neumann: "Wer ein gebrochenes Bein hat, eine Blinddarmentzündung oder so etwas, dem wird auch künftig hier in Reichenbach geholfen."

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...