Irfersgrüner Landfrauen küren schönste Kronen und Kränze

Tausende Besucher strömten nach Waldkirchen zum Hoffest. Für die Ausrichter des Erntekronen- und Erntekranzwettbewerbs geht es nun auf Landesebene spannend weiter.

Waldkirchen.

Das Hoffest der Marienhöher Milchproduktion Agro GmbH Waldkirchen und des Direktvermarktungsbetriebes ging am Sonntag mit enormem Besucherzuspruch und einer Rekordbeteiligung beim Erntekronen- und Erntekranzwettbewerb zu Ende. Heiko Hölzel, der Geschäftsführer des Landwirtschaftsbetriebes, schätzt, das zwischen 4000 und 5000 Besucher zu Gast waren.

Ein ähnlich hohes Interesse verzeichneten die Irfersgrüner Landfrauen. Cornelia Hackel, die zweite Vorsitzende der Landfrauen: "Ich gehe davon aus, dass sich mindestens 2000 Leute unsere Ausstellung angeschaut haben." Groß war auch das Interesse an der Preisverleihung am Sonntagnachmittag. Im Festzelt nahmen die Preisträger ihre getöpferten Trophäen, gesponsert von der "Freien Presse" entgegen. Die schönste Krone gestalteten Gisela Trommer und ihre Tochter Steffi Wagner aus dem Rodewischer Ortsteil Röthenbach. Sie siegten damit in der Königsdisziplin. Die beiden erfahrenen Binderinnen haben schon oft mitgemacht und fanden sich oft unter den Gewinnern. Den schönsten Kranz band Kristina Müller aus Hohenstein-Ernstthal. Sie ist Mitglied bei den Irfersgrünern Landfrauen und nahm ebenfalls schon mehrfach Preise entgegen.

Zu den Platzierten gehören die Ausrichter selbst. Sylke Lanitz aus Rützengrün, der Bastelkreis der Kirchgemeinde Waldkirchen/Irfersgrün und ein Mann: Norman Schöbel, der für das Freilichtmuseum Landwüst an den Start ging und der sich gleich an eine Krone heranwagte, die als schwierig zu binden gilt.

Auch für die Landfrauen, die ihren 15. Wettbewerb ausrichteten, war es eine Jubiläumsveranstaltung der Superlative: 20 Kränze und sieben Kronen - Rekord in beiden Kategorien. Fünf neue Binder beteiligten sich - ebenfalls Rekord bei den Neuzugängen. Zwei Frauen hatten fünf Exponate eingereicht, Helga Müller und Monika Penzel aus Wiedersberg. Für sie gab es einen Sonderpreis. Viel Zeit zum Verschnaufen bleibt den Landfrauen nach dem turbulenten Wochenende nicht, heute bringen die Vereinsmitglieder fünf Kränze zum sächsischen Erntekronen- und Erntekranzwettbewerb nach Coswig. Dort findet das Landeserntedankfest statt.

Auch Heiko Hölzel musste nicht lange überlegen, um eine gute Bilanz zu ziehen. Seine Erwartungen in Sachen Besucherzahl wurden angesichts der Feste-Konkurrenz durch den am gleichen Wochenende stattfindenden Tag der Vogtländer mehr als übertroffen. Ihm als Landwirt ging es aber nicht nur ums Feiern. Der Landwirtschaftsbetrieb suchte mit seinen Angeboten auch gezielt den Kontakt und das Gespräch mit den Besuchern. Eine gute Gelegenheit dafür boten die Stallführungen und die Flurfahrten. Selbst Besucher, die mit Landwirtschaft wenig Kontakt haben, zeigten sich beeindruckt. Das Verständnis für die Abläufe in diesem Berufszweig war zumindest am Festwochenende positiv. Was für den Stall zutrifft, ließ sich auch fürs Feld sagen. Hölzel: "Unser Feldbauverantwortlicher Phillip Weinitzke ist bestimmt insgesamt 20-mal mit dem voll besetzten Kleinbus raus aufs Feld gefahren und hat über unsere regenerative Landwirtschaft berichtet." Viele Gäste stellten auch Fragen. Schon das sei ein Zeichen für das Interesse an der Landwirtschaft.

Einen Blick hinter die Kulissen gewährte ein Viehhändler, der sein geöffnetes Transportfahrzeug für Besichtigungen zur Verfügung stellte. Hölzel: "Das kam auch gut an, wann hat schon mal ein Verbraucher die Möglichkeit, sich direkt beim Viehhändler über dessen Arbeit zu informieren." Der Geschäftsführer weiter: "Wenn nicht alle unsere Mitarbeiter und noch etliche ehrenamtliche Helfer mit an einem Strang gezogen hätten, wäre so ein Fest überhaupt nicht möglich. Ihnen möchte ich meinen ganz großen Dank aussprechen."

Den Blick von außen auf das Dorf Waldkirchen hatte Armin Döhler aus Hirschfeld, der früher Leiter des Plauener Landwirtschaftsamtes: Erst der Gewinn des Landeswettbewerbes "Unser Dorf hat Zukunft", dann dieses große Fest: "Ein guter Bürgermeister und ein engagierte Bevölkerung machen solche Erfolge möglich", befand er. Das Hoffest und der 15. Erntekronen- und Erntekranzwettbewerb fallen in ein aus landwirtschaftlicher Sicht schwieriges Jahr, so wie damals, 2003, als die Landfrauen zum ersten Mal zum Wettbewerb einluden. Damals seien es Kahlfröste, Hagel und Trockenheit gewesen, dieses Jahr die Dürre, die im Schnitt 25 Prozent Verluste beim Getreide brachte mit regional großen Unterschieden. Auch unter diesem Aspekt sehe er den Wettbewerb der Landfrauen: "Die Kronen und Kränze sind auch ein Dank an die Landwirte", sagte Döhler.

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