Irfersgrüner schieben gemeinsam die Pyramide an

Die Adventszeit begann in Irfersgrün unter anderem mit einer Ausstellung und gemeinsamem Singen. Der Bürgermeister hatte eine gute Nachricht zu bieten.

Irfersgrün.

Nur etwa drei Stunden dauerte die vermutlich kürzeste Weihnachtsausstellung der Region am Freitagabend in der Irfersgrüner Kirche. Die Schau wurde gestaltet von Einwohner des Dorfes und der umliegenden Orte.

Das funktionierte so: Michael Zisowsky rührte die Werbetrommel. Er rief dazu auf, Weihnachtsdekorationen nicht zuerst in der heimischen Stube aufzustellen, sondern Pyramiden, Krippen, Puppenhäuser oder Holzspielzeug zuerst einmal Freitagnachmittag in die Kirche zu tragen und dort auszustellen. Diese Idee zog jedes Jahr größere Kreise. Erst waren es nur die Irfersgrüner, die dem Aufruf folgten. Inzwischen kamen Gäste aus Hundshübel, Wilkau-Haßlau, Voigtsgrün, Lengenfeld, Mülsen oder Hauptmannsgrün. Sie steuerten Familienschätze zur Ausstellung bei. Zu Beginn des Festes war die Kirche Ausstellungsraum.

Pfarrer Frank Pauli fand das klasse: "Ein Dorf feiert gemeinsam den Beginn der Adventszeit. Die Kirche bildet ein schönes Ambiente für das historische Spielzeug." Über eine besondere Geste freute sich der Gottesmann: Der Irfersgrüner Carneval Club spendierte einen Strahler für die Kirche, der das Gotteshaus in Zukunft in der Dunkelheit beleuchtet. Echte Raritäten konnten die Besucher bestaunen, darunter ein so genanntes Buckelbergwerk. Michael Zisowsky berichtete: "Das ist eine Miniaturnachbildung eines Bergwerkes, mit dem Bergleute früher auf den Märkten unterwegs waren, um sich ein bisschen Geld dazu zu verdienen." Zu den ältesten ausgestellten Stücken gehörten ein etwa 100 Jahre altes handgeschnitztes Holzpferd und die 80 Jahre alte Schildkröt-Puppe namens Gabi, die sich im Besitz von Simone Thümmler befindet. Schildkröt-Puppen stammen aus einer der ältesten, auch heute noch existierenden Puppenmanufakturen mit Sitz in Thüringen, gegründet 1873. "Diese Puppe hat meine Mutti mit zwei Jahren geschenkt bekommen. Später habe ich dann damit gespielt. Sie hat einen festen Platz in unserer Wohnung", berichtete die Puppenbesitzerin, die auch einen historischen Puppenwagen beisteuerte. Längst beschränkt sich die Ausstellung nicht nur auf weihnachtliche Dekoration. Immer mehr entwickelt sich die Drei-Stunden-Schau zur historischen Schau, bei der auch alte Fotoapparate und Elektrobaukästen gezeigt werden.

Die Adventszeit beginnen die Irfersgrüner seit drei Jahren gemeinsam. Viele Einwohner, der Kindergarten, die Kirchgemeinde, der Ortschaftsrat und die Vereine gestalten ein kleines Fest und schieben ihre drei Meter große Pyramide an. Ein bisschen Weihnachtsmarkt-Flair verbreiteten auch dieses Mal die vier Buden, die für die Verköstigung der Gäste sorgten.

Die Kindergartenkinder sangen mit den Besuchern Weihnachtslieder. Der Pfarrer hielt im Freien und auch bei Regen eine kleine Andacht. Die Irfersgrüner hörten unterm Regenschirm zu. Eine gute Nachricht brachte Bürgermeister Volker Bachmann (Pro Lengenfeld) mit. Er kündigte an, dass die Stadt die Befestigung des Platzes um die Pyramide im nächsten Jahr in Angriff nehmen will. Den Platz nutzt die Dorfgemeinschaft auch für andere Aktionen. Bei Regen ist die Wiese aber oft aufgeweicht.

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