Israeli freundet sich mit dem Vogtland an

Der Musiker Yogev Shetrit interessierte sich neben seinem Gastspiel für Land und Leute. Diese gefielen ihm so sehr, dass ein Wunsch in ihm reifte.

Reichenbach.

Für den israelischen Schlagzeuger Yogev Shetrit, der mit seinem Trio am Donnerstag bei der Veranstaltung der Krimi-Literaturtage im Autohaus Bauer in Rodewisch gespielt hat, wird das Vogtland unvergesslich bleiben: "Ich bedanke mich ganz herzlich für die unglaubliche Gastfreundschaft. Ich habe mich in die Region verliebt." Das sagte er am Samstagvormittag, bevor er in den Bus stieg und in Richtung Berlin abfuhr.

Shetrit sagte, er habe noch nie bei einer Buchpremiere und nicht in einem Autohaus gespielt. Er zeigte sich überrascht von der Organisation und der Begeisterung des Publikums: "Ich komme aus der Großstadt. Dort ist alles schnell und stressig. Der Aufenthalt hier war für mich sehr entspannt und inspirierend." In der Musikschule Vogtland absolvierte er sein tägliches Übungspensum an Klavier und Drums. Beim Verlassen des Hauses traf er den Cellisten der Vogtland-Philharmonie, Peter Manz. Der Cellist rief: "Ich kenne Sie aus der Zeitung." Dann wechselten sie ein paar Worte. In Rodewisch spielte der Weltmusiker auf Instrumenten von Cube Drums aus Plauen. Dirk und Ulf Törppe ermöglichten den Besuch des Unternehmens. Der Gast: "Sie bauen sehr gute Schlagzeuge und ich bin sehr glücklich über die dort verbrachte Zeit." Danach zog er seine Bahnen im Plauener Stadtbad, das ihm gut gefiel. Nach Einkäufen landete er im Jazzwerk Greiz und kam mit vielen Menschen ins Gespräch. Die Musiker hatten seine Begeisterung bis auf die Bühne gespürt. Bei dem qualitativ hochwertigen Festival würde er gern auftreten.


In Reichenbach besichtigte der Israeli das Zentrum für jüdisch-christliche Geschichte und Kultur der Sächsischen Israelfreunde, und: "Es gibt mir ein gutes Gefühl, so eine Ausstellung mit Exponaten zu Judaismus und zu Israel fern der Heimat zu sehen und so herzliche und uns verbundene Menschen zu treffen."

Die Vorsitzende des Fremdenverkehrsvereins Nördliches Vogtland, Christa Trommer, sagte am Infopunkt der Göltzschtalbrücke über Shetrit: "Wenn so freundliche Besucher kommen, dann macht es richtig Spaß." Der Gast hatte die Brücke von allen Seiten aus betrachtet und sich für Bauwerk und umgebende Landschaft interessiert. Sein beliebtestes Fotomotiv waren die blühenden Rapsfelder, die er gern malen möchte. Viele Exemplare des Debüt-Albums "New Path" (Neuer Weg) blieben im Vogtland zurück. Ein Dankeschön ging auch an die Wohnungsgesellschaft Woba, die als Hauptsponsor des Projektes eine Übernachtungsmöglichkeit zur Verfügung stellte. In Kürze erscheint das neue Album, das beim Jazz-Globus-Festival in Jerusalem im März aufgenommen wurde.

Gern und schnell möchte Shetrit zurück ins Vogtland kommen, Konzerte und Workshops geben, die Region besser kennenlernen. Die ersten Kontakte dafür sind geknüpft.

Deutschland als Ganzes konnte bei der positiven Einschätzung nicht mithalten. Das begann bei einer unfreundlichen Abfertigung am Einreiseschalter des Flughafen Tegel ("Die mögen keine Israelis"), ging über "nasty toilets" (scheußliche Toiletten) auf dem Autobahn-Parkplatz und einen Fehler im Car-Vermietungs-System des durch eine Reiseagentur gebuchten Autos für die Beförderung der beiden anderen Musiker sowie ihrer Instrumente weiter und endete bei der am Abend vor der Abreise um 20.45 Uhr zugestellten Stornierung der Busbuchung und dem Angebot, statt 11.10 Uhr bereits 8.50 Uhr ab Zwickau zu fahren. Auffallend war zudem, dass der Israeli überall besten Internet-Empfang genießen konnte, während Deutsche ihre Handys ob fehlender Internetanbindung an einigen Stellen am liebsten in die Mülltonne geworfen hätten. Der Israeli bot Einheimischen einen W-LAN-Hotspot als Netzverbindung an.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...