Jubel in Neumark: Ortsdurchfahrt ist offen

Die Straßen im Ortskern wurden seit 2019 Jahr neu gebaut. Weil es so schnell ging, erhielten die Arbeiter eine Überraschung.

Neumark.

Die Neumarker sind glücklich. Seit Freitag ist die Ortsdurchfahrt wieder frei. Das Unternehmen Hoch- und Tiefbau Reichenbach GmbH (HTR) konnte die Baumaßnahme vier Monate eher als geplant abschließen. "Hier hat einfach das Zusammenspiel aller Beteiligten gut funktioniert. Das ist durchaus nicht auf allen Baustellen so", sagte Planer Ralf Bräunel vom gleichnamigen Ingenieurbüro aus Plauen.

Zu den Beteiligten gehören unter anderen das Landratsamt für die Werdauer Straße als Kreisstraße, die Gemeinde Neumark für die Zwickauer Straße und die Fußwege, die Wasserwerke Zwickau für Abwasser, der Zweckverband Wasser/Abwasser für Trinkwasser, Mitnetz für die Elektroleitungen, Eins Energie für Gas. Mit der Baumaßnahme verschwanden auch die Freileitungen. "Es ist gelungen, den Breitbandausbau zu integrieren, damit es in dem Bereich nicht gleich wieder zu Bauarbeiten kommt", freut sich Ralf Bräunel.

Uta Schneider von der Bäckerei Schneider, die ihren Handwerksbetrieb eingangs der Werdauer Straße hat, überraschte die Bauarbeiter mit einer Fotocollage, auf der Dankesworte der umliegenden Unternehmen standen. "Es war eine wunderbare Zusammenarbeit. Ihr habt euch immer nach uns gerichtet. Wenn einmal nicht so viel im Laden los war, habe ich euch draußen arbeiten sehen und hatte ein gutes Gefühl", sagte sie. Zum Dank spendierte die Bäckerei ein zünftiges Frühstück für alle, die zur Straßenfreigabe gekommen waren.

Ein Eis bekamen die Kinder der Kita "Zwergenland" in der Talstraße, die den Bauarbeitern das Lied "Wer will fleißige Handwerker sehen" sangen. Uta Schneider freute sich über die Zusage. "Das war etwas kurzfristig, denn es ist uns erst vorgestern eingefallen", sagte sie. Die Bäckerei fungierte während der Bauzeit auch als Informationszentrale. "Polier Rico Kaiser hat mich über wichtige Sachen informiert, und ich konnte alles an unsere Kunden weitergeben. Am Anfang waren viele skeptisch, doch es hat immer geklappt. Wir hatten schon viele Baufirmen, aber so gut war noch keine", sagte sie an den Polier gewandt. "Wir sind personalmäßig gut besetzt und waren hier bis zuletzt mit einem konstanten Team von acht Leuten", erwiderte Rico Kaiser. Vom ersten bis zum letzten Tag, so der Polier, sei alles gut gelaufen. Das fand auch Jochen Bittner vom Vogtlandkreis, der gern mit dem HTR zusammenarbeitet.

Fast eineinhalb Jahre dauerte die Baustelle, für die etwa 2,1 Millionen Euro benötigt wurden. Der erste Bauabschnitt der Werdauer Straße ab Einfahrt zur Talstraße in Richtung Ortsausgang wurde 2019 gebaut. Im Frühjahr begann der grundhafte Ausbau der Kreuzung Werdauer Straße/Zwickauer Straße. In die Arbeiten waren die angrenzende Reichenbacher Straße bis zur Sparkasse und die Werdauer Straße im unteren Teil bis zur Talstraße einbezogen.

Die umfassendste Neugestaltung erfuhr die Zwickauer Straße bis zur Einmündung Feuerwehr. Die Straße dort wurde zum Teil um 80 Zentimeter abgesenkt und an die neu gestaltete Abzweigung in die Werdauer Straße angepasst. Vorher war die Zwickauer Straße die Hauptstraße, jetzt ist es die Kreisstraße in Richtung Werdau. Wer aus Richtung Zwickau kommt, muss die geänderte Vorfahrt beachten. Dafür wurde die frühere Spitzkehre begradigt und erhielt einen durchgängigen Fußweg.

Im Gespräch mit Bürgermeister Sven Köpp (FDP) erinnerte Bäckermeister Dirk Schneider an den langen Kampf um den Straßenbau. "Das begann eigentlich schon mit der Wende. 2005 wurde die Abwasserleitung gebaut. Doch dann ging es erst einmal im Ortskern weiter", so der Anlieger. Zwei weitere Straßenbauprojekte, die zusammen mit dem Kreis realisiert werden müssen, drücken die Neumarker noch: die Oberneumarker Straße und die Ortsdurchfahrt Schönbach. "In Sachsen ist jetzt erst einmal zwei Jahre Stopp für den Straßenbau", sagte der Bürgermeister, der das zuverlässige Team des HTR am liebsten hätte gleich weitermachen lassen. Am 4. August wird die Straßeneinweihung offiziell gefeiert.

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