Jubiläum ist (k)ein Grund zum Feiern

Seit 20 Jahren versorgt die Tafel Reichenbach sozial Benachteiligte mit Lebensmittelspenden. Das macht auch nachdenklich.

Reichenbach.

Die Tafel Reichenbach besteht seit 20 Jahren. Exakt am 19. März 1999 öffneten sich zum ersten Mal die Türen der ersten derartigen Einrichtung im Vogtland.

"Eine Handvoll Gäste schaute damals Am Graben 57, heute Leuchtturm, vorbei und staunte, was ehrenamtliche Helfer bei den ersten Spendern an noch verwertbaren Lebensmitteln gesammelt hatten", erinnern Petra Düntsch, Gudrun Schimmel, Petra Beek und Beate Werner vom Tafel-Vorstand. Schnell wurden es mehr Bedürftige und mehr Spender. Heute sind es wöchentlich rund 300 Tafelgäste und mehr als 50 Spender. Der erste Träger, der VdK, trennte sich wegen Umstrukturierungen von der Tafel. Ehrenamtliche gründeten 2003 den Verein Reichenbacher Tafel. 2005 zog man ins Haus der Verein um. Systematisch wurden Hygieneauflagen umgesetzt und Kühlfahrzeuge, eine Kühlzelle, ein Kühlregal sowie Edelstahltische angeschafft.

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Was mit einem gespendeten Transporter der Firma Glitzner begann, wird heute mit zwei Kühlfahrzeugen, ausgefeilten Tourenplänen und einem Pkw für schnelle und kleine Einsätze bewältigt. Allein in den letzten fünf Jahren wurden über 1000 Tonnen Lebensmittel von Spendern bereitgestellt, abgeholt, sortiert, portioniert und an sozial benachteiligte Menschen ausgegeben.

"Das sind alles Zahlen, die uns ein wenig stolz machen, aber auch nachdenklich. Ist es ein Grund zum Feiern, in einem wirtschaftlich starken Land seit 20 Jahren sozial benachteiligte Menschen mit Lebensmittelspenden zu versorgen?", fragt der Vorstand in einer zum Jubiläum verbreiteten Erklärung. Freuen würde man sich, wenn alle vom Lohn oder ihrer Rente leben könnten.

Gedankt wird zugleich allen, die die Tafel-Arbeit unterstützen und ermöglichen. Stellvertretend werden die Lebensmittel- und Gebrauchsartikelspender, die Mitglieder und Fördermitglieder, die Geldspender, Fördermittelgeber, die Rewe- und Lidl-Kunden und die Stadt Reichenbach genannt. "Ein ganz besonderer Dank geht aber an die mehr als 40 ehrenamtlichen Helfer, die unentgeltlich und zumeist, ohne auf die Zeit zu schauen, Tafelarbeit leben und die Gäste nicht nur mit Lebensmitteln, sondern auch mit Rat und Hilfe sowie Rezepttipps versorgen", heißt es .

Auf eine Feierstunde verzichtet die Tafel. Damit die Helfer aber im Jubiläumsjahr nicht leer ausgehen, ist ein Ausflug geplant, finanziert aus Mitgliedsbeiträgen und zweckgebundenen Spenden. (gb)

Spendenkonto der Tafel Reichenbach bei der Volksbank Vogtland, Kennwort: "Jubiläum", IBAN DE24 8709 5824 5043 9890 08.

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