Junge Landwirtin auf dem Weg zum Traumziel

Mit dem Abitur in der Tasche spurtete Kim Schubert innerhalb von zwei Jahren zur perfekte Note 1,0. Sie ist einer der besten Lehrlinge in Sachsen. Jetzt will sie die nächste Stufe nehmen.

Schneidenbach.

Für Kim Schubert hat bereits die nächste Etappe begonnen: Sie studiert im bayrischen Weihenstephan/Triesdorf an der dortigen Universität Landwirtschaft. Ihre Ausbildung zum Tierwirt hatte sie mit einer Traumnote von 1,0 abgeschlossen. Die 20-Jährige gehört zu den 40 besten Lehrlingen der grünen Berufe im Freistaat Sachsen. Sie war vor ein paar Tagen beim Bestentreffen in der Staatskanzlei in Dresden.

Kim Schubert wuchs in Schneidenbach auf und erlebte im elterlichen Nebenerwerbs-Betrieb Landwirtschaft und Tierhaltung hautnah. 2016, mit dem Abitur in der Tasche, stand für sie fest: Tierwirt wollte sie werden, bevor es zum Studium geht. "Einfach, weil ich das Tier der Pflanze vorziehe und weil ich es für richtig halte, vor dem Studium erst einmal praktische Erfahrungen zu sammeln." Sie fügte noch an: "Ich bin gern im Kuhstall. Mir hat während meiner Ausbildung auch jede Arbeit Spaß gemacht. Ich habe mit gemolken, mich um die Kälberaufzucht gekümmert und auch schon dem Tierarzt assistiert, einmal sogar bei einem Kaiserschnitt." Das sagte sie mit einem besonderen Klang in der Stimme, der erahnen ließ, dass die Veterinärmedizin Eindruck bei ihr hinterlassen hat. "Ja, es stimmt", betätigte sie. "Ich habe kurzzeitig überlegt, Tiermedizin zu studieren, habe mich dann aber doch für die Landwirtschaft entschieden." Diese Entscheidung betrachtet Lars Bittermann, Geschäftsführer der Agrargenossenschaft Reichenbach, mit Wohlwollen. Dass sein bester Azubi nach der Lehre zum Studium geht, war von Anfang an klar. "Jetzt hoffe ich, dass Kim nach dem Studium in den Betrieb zurückkommt."

Kim Schubert hat drei Geschwister. Aus der Familie sei sie die Einzige, die den Weg in die Landwirtschaft einschlägt. "Ich habe vor der Ausbildung schon Ferienarbeit in der Agrargenossenschaft gemacht und auch ein Praktikum absolviert", sagt sie. Ihr Chef bescheinigte ihr, dass sie stets engagiert dabei gewesen sei.

Auch in der Freizeit beschäftigt sich die Schneidenbacherin am liebsten mit Tieren. Reiten ist eines ihrer Hobbys, das sie aber wegen des Studiums hintenan gestellt hat: "Ich habe meine beiden Pferde verkauft. Ich hätte sonst immer ein schlechtes Gewissen gehabt, weil ich mich nicht genügend kümmern kann." Ob sie den Wunsch ihres Chefs erfüllt und nach dem Studium zurück in den Ausbildungsbetrieb kommt, weiß sie noch nicht: "Jetzt muss ich mich erst einmal mit dem Studium beschäftigen."

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