Junge Neumarkerin brilliert im Englisch-Test

Joelle Forbrig hat beim Fremdsprachenwettbewerb so gut abgeschnitten, dass man sie für eine Engländerin hielt. Denkste! Ihre Muttersprache ist Vogtländisch.

Neumark.

Die Gemeinde Neumark hat eine Bundespreisträgerin, die gleichzeitig Landesmeisterin im Freistaat Sachsen ist. "First Class National Honours" steht auf der Urkunde von Joelle Forbrig, die zusammen mit vielen anderen Schülern am Fremdsprachenwettbewerb "The Big Challenge" teilgenommen hat. Mit 328,75 Punkten von 350 lag sie deutlich über dem Durchschnitt und hat deutschlandweit 16.313 Schüler hinter sich gelassen.

Und es kommt noch besser: Als die Wettbewerbsjury die Ergebnisse ausgewertet hatte, war sie nicht sicher, ob alles mit rechten Dingen zugegangen war. "Ein Vertreter der Jury hat nachgefragt, ob die Eltern von Joelle Englisch-Muttersprachler sind. Diese Kinder sind vom Wettbewerb ausgeschlossen", verriet Mutti Monique Forbrig. Doch sowohl sie als auch Joelles Papa stammen aus Reichenbach, sind Vogtland-Muttersprachler. Und Joelle ist 20-fache Urenkelin der Familie Hohner, bekannt geworden als Mundharmonikabauer. Opa Gerd, ein echter Hohner, hat die Familiengeschichte über viele Generationen zurückverfolgt.


Die 13-Jährige besucht das Christoph-Graupner-Gymnasium in Kirchberg. "Mich haben Sprachen schon immer interessiert", sagt Joelle. Deshalb hat sie diese Schule gewählt. Fremdsprachen stehen dort hoch im Kurs. Mit Englisch hat sie allerdings schon im Kindergarten begonnen. In Kirchberg lernt sie neben Englisch, das mehr Zeit im Stundenplan als anderen Schulen hat, Französisch. Ab der achten Klasse kommt Spanisch dazu. Außerdem hat sie Geografieunterricht seit der siebten Klasse in Englisch, und irgendwann folgt auch noch der bilinguale Geschichtsunterricht.

Doch allein aus der Schule kommen die guten Englischkenntnisse nicht. "Ich habe Freunde in verschiedenen Ländern, zum Beispiel in Norwegen oder Südkorea. Wir kommunizieren auf Englisch, über Sprachnachrichten oder Skype. Wir schreiben Briefe und schicken Geburtstagspäckchen. Auch wenn wir uns noch nie persönlich getroffen haben, sind wir sehr gut bekannt miteinander", erzählt Joelle. "Auf Englisch ist es oft leichter, sich anzufreunden und zu unterhalten als auf Deutsch." Wenn sie mal nicht schreibt oder spricht, dann lernt sie Querflöte und Gitarre oder tanzt in der Tanzgruppe Lexsis.

Der Wettbewerb wurde 1999 in Frankreich ins Leben gerufen und hat inzwischen Ableger in mehreren Staaten. Die Schüler müssen an einem vorgeschriebenen Tag in ihrer Schule die Aufgaben lösen. Abgefragt werden Kenntnisse in Vokabeln, Grammatik, Textverständnis und in Landeskunde. "In Landeskunde wusste ich noch nicht alles", schätzt Joelle ein, zumal es um Großbritannien und die USA ging. Was sie werden will, weiß sie indes schon ziemlich genau: Schönheitschirurgin, nach einem Studium in Südkorea oder den USA.

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