Junger alter Hase gewinnt

Bei der Kreisjungtierschau an der Kiesgrube in Mylau lässt ein 33-Jähriger alle hinter sich. Seine Tricks verrät er gern.

Mylau.

André Kaus hat mit seinen Kaninchen bei der Kreisjungtierschau in Mylau mit reichlich 150 Tieren die höchste Punktzahl abgeräumt. Dabei ist er mit seinen 33 Jahren fast noch ein Küken unter den Züchtern. "Ich züchte seit vier Jahren Kaninchen", erklärte er. Vor drei Jahren kam er über die Bauernstube Oberheinsdorf zum Unterheinsdorfer Verein, der dort jeden Monat seine Versammlung abhält. Kaninchen waren ihm ohnehin nicht fremd, denn er ist in Werdau mit Garten und Hasenstall aufgewachsen.

70 Kaninchen der Rassen Weiße Wiener und Castor Rex gehören zu seiner Zucht. Zwei Stunden verbringt er jeden Tag bei den Kaninchen. Zu den täglichen Arbeiten gehören das Füttern, das Auffüllen des Wassers und die Vorbereitung für die Teilnahme an den Ausstellungen. "Bei den Weißen Wienern muss man vor allem auf die Sauberkeit des Fells und der Füße achten. Auch Pflegearbeiten wie das Striegeln und Krallen verschneiden gehören dazu.

Fünf Stunden waren vor der Schau für das optimale Aussehen seiner Zuchtgruppe mit vier Weißen Wienern notwendig. Zwei erhielten die beste Bewertung mit 8/7, zwei 8/6. Damit erreichte er die Punktzahl 32/26. Möglich wären 32/28 Punkte gewesen.

Sein Trick ist, die Kaninchen ein bisschen zu dressieren, wobei der Begriff nicht allzu ernst zu nehmen ist. "Die Kaninchen werden ein paar Mal in der Woche für fünf Minuten auf einen kleinen Tisch gestellt und immer wieder in Position gebracht. Nach kurzer Zeit bleiben sie stehen", erklärt er. Die Tiere sind dann daran gewöhnt, dass sie aus dem Käfig genommen und hingestellt werden und zeigen sich so auch dem Preisrichter. "Wenn das für sie ungewohnt ist, dann können sie kratzen und beißen. Das mag kein Preisrichter", ist sich der Züchter sicher. Er achtet auf das Urteil der Preisrichter und sucht dann nach Zuchttieren, die das genannte Manko ausgleichen.

André Kaus ist froh, dass die Unterheinsdorfer die Impfung der Tiere gemeinsam und damit preiswerter organisieren, denn 70 ist eine stolze Zahl. "Wir impfen gegen die Kaninchenseuche RHD 2 mit Filavac. Seitdem habe ich noch kein einziges Tier verloren", freut sich der Züchter. Allerdings blickt er auch mit Bangen in die Zukunft, denn in Australien und Neuseeland grassiert schon RHD 5. "Da weiß man, was auf uns zukommt und die Pharmaindustrie ist nicht unbedingt kaninchenzüchterfreundlich", meint er.

Übertreiben will André Kaus die Sache mit den Kaninchen nicht. Drei, vier Ausstellungen im Jahr, alles andere sei zu viel Stress. Außerdem sind da noch die anderen Hobbys wie Fußballspielen in Unterheinsdorf oder als Zuschauer die Crimmitschauer Eishockeyspieler und die Zwickauer Fußballer zu Höchstleistungen anfeuern.

Ein bisschen Urlaub mit der Familie braucht der CNC-Fräser auch. Dann kümmert sich Peter Gruschwitz um die Zucht, stellvertretender Vorsitzender des Kaninchenzuchtvereins Unterheinsdorf und Vorsitzender des Kreisverbandes. In dieser Funktion hat er die Kreisjungtierschau beim Verein An der Kiesgrube eröffnet. Er kündigte an, dass die Kaninchenzüchter im Kreisverband weiter zusammenrücken wollen.

Die Kreisjungtiermeister: Arne Seiler (Mecklenburger Schecken), Andrè Kaus (Weiße Wiener), Elke und Jens Andreae (Sachsengold), Andreas Fickelscher (Marderkaninchen braun), Dietmar Ziegler (Zwergwidder weiß), Ralf und Marion Sommer (Satinkaninchen thüringerfarben).

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