Katholiken rücken zusammen

Aus den Pfarreien in Reichenbach, Auerbach und Falkenstein wird St. Christopherus. Der Name ist mit Bedacht gewählt.

Reichenbach/Auerbach.

Einen besonderen Gottesdienst erlebt am kommenden Sonntag die Kirche zum Heiligen Kreuz in Auerbach: Heinrich Timmerevers, Bischof des Bistums Dresden-Meißen, wird die neue Pfarrei St. Christophorus Auerbach errichten. Nach einem längeren Erkundungsprozess werden damit die bisherigen Pfarreien Zum Heiligen Kreuz Auerbach, Heilige Familie Falkenstein und Sankt Marien Reichenbach aufgelöst, erläutert das Bischöfliche Ordinariat in Dresden in seiner Mitteilung zur Neugründung. Zu der neuen Pfarrei St. Christopherus, die sich über knapp 550 Quadratkilometer im östlichen Vogtland erstrecken wird, gehören aktuell 2588 Katholiken.

Die neue Pfarrei ist nach der in Plauen die zweite katholische Großpfarrei im Vogtland. Leitender Pfarrer wird Ralph Kochinka, seit 2017 Pfarrer von Auerbach und Falkenstein. Zum pastoralen Team gehören Pfarrer Josef Reichl in Reichenbach sowie Gemeindereferentin Regina Mahler und Diakon Christoph Braun. Zusätzlich übernehmen die beiden Ruhestandspfarrer Ferdinand Kohl in Klingenthal und Joachim Scholz in Netzschkau Dienste.

Im Festgottesdienst wird Bischof Heinrich das neue Siegel und die neuen Kirchenbücher (Tauf-, Firm-, Trau- und Sterberegister) an Pfarrer Kochinka übergeben. Die Finanzen der neuen Pfarrei werden im zentralen Pfarrbüro in Auerbach verwaltet, wo auch die Kirchenbücher geführt werden. In Falkenstein und Reichenbach sind Bürozeiten geplant, teilt das Bistum mit.

"Ich wünsche mir, dass der begonnene Weg des Kennenlernens gut weitergeht", erklärt Pfarrer Kochinka. "Ein Wortpaar, das vor zwei Jahren beim Dekanatstag in Auerbach Thema war, kann uns auf unserem weiteren Weg begleiten: zusammenwachsen und zusammen wachsen. Wenn es gelingt, die Aktivitäten vor Ort weiter zu gestalten, dabei aber nicht den Blick für die Gesamtpfarrei zu verlieren, können wir neue Formen gemeinschaftsfördernder Aktivitäten finden." Wenn sich jede und jeder einbringe, könne das alle nur bereichern, so die Erwartung des Pfarrers.

Warum sich die neue Pfarrgemeinderäte für den heiligen Christophorus als neuen Pfarrpatron entschieden, erklärt Kochinka so: "Der heilige Christophorus half Menschen, einen Fluss zu überqueren, und könnte Bindeglied für unsere unterschiedlichen Gemeindeteile sein. Er ist eine lebendige Brücke, die uns - wie einst Christophorus das Jesuskind - durch die Fluten trägt. Und da wir in unserer Pfarrei die weltgrößte Ziegelbrücke haben und weite Entfernungen überbrücken müssen, fiel letztendlich die Wahl auf den Patron der Autofahrer."

Aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen gelten für die Feierlichkeiten strenge Vorschriften. Die gewählten Gremien der drei früheren Pfarreien haben sich dafür entschieden, den Festgottesdienst unter den gegenwärtigen Auflagen zu feiern, auch wenn daran nur wenige Vertreter der bisherigen Pfarreien teilnehmen dürfen. Auch von den ursprünglich geladenen Gästen aus Ökumene und Politik können aus diesem Grund nur drei Repräsentanten stellvertretend anwesend sein: Pfarrerin Nikola Schmutzler aus Auerbach für die Ökumene; Oberbürgermeister Raphael Kürzinger (CDU) aus Reichenbach für die Kommunen; Landrat Rolf Keil (CDU) für den Vogtlandkreis. Auch ein im Anschluss an die Heilige Messe geplanter Festakt in der Schlossarena wurde abgesagt.

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