Kein ungetrübter Geburtstag

25 Jahre Fremdenverkehrsverein Nördliches Vogtland und keine Besserung in Sicht. Christa Trommer spricht Bund und Land an.

Netzschkau.

Der Fremdenverkehrsverein Nördliches Vogtland hat am Wochenende sein 25-jähriges Bestehen mit einem kleinen Sommerfest am Imbiss in Nähe des früheren Ballongeländes begangen. Bei zwei Führungen erfuhren Gäste Wissenswertes über die Brücke sowie zur Entwicklung von Industrie und Verkehr am Eisenbahnviadukt.

In gewohnt engagierter Weise verband Vereinschefin Christa Trommer Fakten mit Anekdoten und zog Vergleiche zur Gegenwart. Selbst für einheimische Brückenliebhaber hatte sie Dinge parat, die nicht jedem geläufig waren. Zur Führung waren jedoch nicht nur Einheimische gekommen, sondern auch Gäste von auswärts.

Christoph Ulrich

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Martina Hamann aus Weißenfels zum Beispiel. "Wir fahren im Urlaub immer sonstwohin. Dieses Jahr sind wir zuhause geblieben und gucken uns in der näheren Umgebung um", erklärte sie. Als sie im Internet Ziele recherchierte, die sie noch nicht gesehen hat, war sie auf das kleine Fest gestoßen. Dabei hatten sie vor allem die Brückenführungen interessiert.

Das erste Aha-Erlebnis ergab sich bei der Recherche, denn die Frau aus Sachsen-Anhalt war sich sicher, dass die Göltzschtalbrücke eine Autobahnbrücke ist. "Ich wusste nicht, dass auch sonst Führungen hier angeboten werden. Die Brücke stand schon lange auf meiner Liste", erzählte sie. Und: "Das Kleine, nicht so bekannte, ist oft viel schöner als die überlaufenen Attraktionen." Deshalb war sie dankbar für Tipps zu weiteren Sehenswürdigkeiten in der Umgebung, die Christa Trommer großzügig verteilte. Hamanns wollten mindestens noch ein Ausflugsziel besuchen, zuvor aber die zweite Führung mit Regina Möller erleben.

Zu den Gratulanten gehörten Vereinsmitglieder, Vertreter der im Verein organisierten Kommunen und ganz normale Besucher. Reichenbachs Oberbürgermeister Raphael Kürzinger (CDU) ließ ein gerahmtes Glückwunschschreiben übergeben. Sein Elsterberger Amtskollege Sandro Bauroth überbrachte 100 Euro - Geld, mit dem der Verein immerhin 50 Stunden Beratung am Infopunkt bezahlen kann.

Geldmangel ist nach wie vor das große Problem des Vereins, der aufgrund nicht anerkannter Gemeinnützigkeit auch keine Spendenquittungen ausstellen darf. Christa Trommer, die gestern ihren 73. Geburtstag feierte, ist sicher, dass sich mit einer besseren Finanzausstattung mehr für den Tourismus in der Region herausholen ließe. Sie nutzte die Chance am Ballonimbiss, um die Gäste über die Vereinsarbeit zu informieren und beantwortete unermüdlich Fragen wie die nach dem Brückenumfeld oder der gesperrten Fußgängerbrücke über die Göltzsch, in den 1960er Jahren von der Bahn als Behelfsbrücke für Wartungsarbeiten gebaut und seither von Millionen Besuchern genutzt. Sie bedauert, dass die Bundeskanzlerin noch nie an der Göltzschtalbrücke war, zumindest nicht seit sie im Amt ist.

"Wir brauchen hier einen, der Grund reinbringt und sich um die Anlage kümmert. Das müsste das Land oder der Bund sein", sagt die Vereinschefin. Ein neuer Verein, wie von Reichenbach vorgeschlagen, sei keine Lösung, denn ohne Geld gehe nichts. Doch es gebe langjähriges ehrenamtliches Engagement, das besser zu unterstützen sei.

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