Keine Angst vor Spinnen und Co

Bei der Spinnen- und Insektenausstellung im Neuberinhaus gingen die Besucher mit den Tieren auf Tuchfühlung. Eine Frau aus Netzschkau war dabei besonders mutig.

Reichenbach.

Gloria Joachimsky aus Netzschkau ist eine junge Frau, die überhaupt keine Angst vor Spinnen hat, auch nicht vor so großen wie der Grammostola rosea, der Roten Vogelspinne aus Chile. Da kann Albany Spindler Schauergeschichten von Brennhaaren und Giftzähnen erzählen, wie er will. Bei Joachimskys zuhause gab es früher auch solche Exemplare, und ihr großer Bruder hat auch heute noch welche. "Ich finde sie niedlich. Man kann sie streicheln. Die Bewegungen sind sehr elegant, aber wenn sie Futter wollen, beißen sie auch mal schnell zu", meinte Gloria Joachimsky und lachte.

Als die Besucherin der Spinnen- und Insektenausstellung gestern im Reichenbacher Neuberinhaus die Spinne zurückgab, wollte diese sich mit ihren Krallen auf der Hand festhalten - so als wisse das Tier, dass sie eine Spinnenfreundin vor sich habe. Bei anderen Besuchern, die sich mit der fünf Monate alten Vogelspinne fotografieren ließen, fühlte sich das weniger stark an. Oder die Gäste hatten sich aus Angst mehr auf das Zurückgeben des Tiers als auf ihre eigene Hand konzentriert. Denn an Spinnen scheiden sich die Geister. Die Gefühle reichen von Begeisterung bis zur Phobie.

Die Familie Spindler aus der Nähe von Stuttgart möchte dem Mythos mit Aufklärung begegnen und reist dazu mit einer Spinnen- und Insekten-Ausstellung durch die Republik. Zurzeit ist das zehnköpfige Team in den neuen Bundesländern unterwegs und hatte mit seinen Tieren gestern im Neuberinhaus Station gemacht.

Die Spinne, die für die Besucher als Fotomotiv bereitgehalten wurde, ist mit ihren fünf Monaten noch relativ jung. "Sie ist von klein auf an Menschen gewöhnt. Deshalb nehmen wir auch nur sie zum Fotografieren", verriet Albany Spindler. Der junge Mann beantwortete geduldig und mit viel Sachverstand viele Fragen, zur Ernährung, zur Haltung, zur Aufzucht oder zur Vermehrung von Spinnen. Zwar müssen die Tiere nur einmal pro Woche gefüttert werden, dafür ist dreimal täglich die Luftfeuchtigkeit zu kontrollieren und bei Bedarf zu erhöhen. Die Reinigung der Terrarien nimmt auch viel Zeit in Anspruch. Etwa 150 lebende Tiere und einige Präparate hatten die Veranstalter mitgebracht und im Foyer ausgestellt.

Ganz zufrieden mit der Besucherzahl im Neuberinhaus war die Familie nicht. "Es hätten ein paar mehr Leute kommen können. Aber in den neuen Bundesländern sind die Menschen dafür netter und freundlicher als in den alten", sagte Jason Spindler, der an der Kasse saß.

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