Kerstin Wolf ist neue Baubürgermeisterin

Drei Frauen forderten Levente Sárközy heraus. Die Fachbereichsleiterin löst ihren bisherigen Chef am 1. September ab. Doch auch für den Verlierer gab es kräftigen Applaus.

Plauen.

Zur unerwartet klaren Sache ist am frühen Dienstagabend die Neuwahl des Bürgermeisters für das Bau- und Ordnungswesen der Stadt Plauen geworden. Der Stadtrat wählte in der Festhalle aus einem Bewerber-Quartett mit großer Mehrheit Kerstin Wolf, Fachbereichsleiterin Bau und Umwelt. Die 58-Jährige brachte gleich im ersten Wahlgang mit 32 Stimmen die absolute Mehrheit der Stadträte hinter sich und tritt damit am 1. September die Nachfolge ihres bisherigen Chefs Levente Sárközy an. Der bis dahin noch amtierende Baubürgermeister kam auf acht Stimmen. Die aus insgesamt neun Bewerbungen ebenfalls in die Endrunde gekommenen Kandidatinnen Diana Weber (drei Stimmen) und Gudrun Seifert (keine Stimme) konnten nicht in die Entscheidung eingreifen.

Die Kandidatinnen und Kandidaten durften ihre Vorstellungen zunächst darlegen. Dabei überzeugte Kerstin Wolf mit einem kämpferischen und faktenreichen Vortrag. Sie hatte sich bis zuletzt nicht öffentlich zu ihrer Kandidatur äußern wollen. Und warum strebte sie das Amt an? "Weil mein Herz für Plauen schlägt", sagte die gebürtige Plauenerin. Sie zählte die Projekte und Themen auf, an denen sie beteiligt ist und kam als einzige Bewerberin kaum mit der Zeitvorgabe hin. Stärker als alle anderen Kandidaten hob sie die Bedeutung von Teamgeist und kommunikativem Führungsstil hervor - und legte damit auch die Messlatte für ihre künftige Arbeit hoch. Die Bauingenieurin ist seit 1993 in der Stadtverwaltung tätig und war bereits vor sieben Jahren als mögliche Baubürgermeisterin gehandelt worden, kandidierte seinerzeit aber nicht.

2013 hatte Levente Sárközy das Rennen gemacht. Bei seiner damaligen Wahl konnte er sich gegen 16 Mitbewerber durchsetzen. Der 53-jährige gebürtige Ungar wäre gern für eine zweite Wahlperiode Baubürgermeister geblieben und legte seine Vorstellungen dar, die Stadt auf ihrem zuletzt erfolgreichen Weg weiter zu prägen. Er gilt als angesehener Fachmann, jedoch wollte die Kritik wegen Kommunikationsdefiziten und mangelndem Willen bei der Umsetzung von Wünschen der Stadträte nicht mehr verstummen.

Levente Sárközy zeigte sich jedoch als Gentleman und gehörte zu den ersten Gratulanten seiner Nachfolgerin. Der Stadtrat zollte ihm dafür ebenso starken Applaus wie der großen Gewinnerin der Wahl. Allerdings gesellten sich einige Stadträte auch zu ihm und äußerten ihre Verwunderung über die Deutlichkeit der Abwahl. Sárközy blieb sich auch in der Niederlage treu und antwortete freundlich und geduldig, wie er das Ergebnis bewertet und was er künftig machen will. "Ich habe keinen Plan B", erklärte er und kündigte an, Plauen aus Gründen einer notwendigen beruflichen Neuorientierung wohl verlassen zu müssen.

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