Kinder gestalten Fasching für Kinder

Zu insgesamt fünf Veranstaltungen lädt der Carnevalsverein Hauptmannsgrün ein. Der fünfte und letzte Faschingsball ist ein sehr ungewöhnlicher.

Heinsdorfergrund.

Wochenlang haben sich die Mädchen und Jungen des Carnevalsvereins der Freiwilligen Feuerwehr Hauptmannsgrün auf diesen großen Tag vorbereitet: Kinder treten zum Kinderfasching vor Kindern auf. Mit dem Samstagnachmittag-Termin im Gemeindezentrum in Oberheinsdorf läutete der Verein seine diesjährige Saison mit insgesamt fünf Veranstaltungen ein. Ein imaginäres Klassentreffen mit den Hits der 1980er- und 1990er-Jahre erkoren die Vereinsmitglieder zum Motto der Saison.

Für den Kinderfasching stellte der Verein ein Mitmach-Programm auf die Beine. "Wir haben sehr rührige Sponsoren, die uns unterstützen. Nur so ist es möglich, dass kein Kind ohne Preis nach Hause gehen muss", sagt der Vereinsvorsitzende Wolfgang Müller. So gewann der Sieger des Stuhlwalzers einen Reitgutschein. Für alle anderen Kinder gab es kleine Trostpreise.

Das Ergebnis des Kostüme-Sponsorings schaute sich Lars Lange, Geschäftsführer der Stadtwerke Reichenbach, gleich höchstpersönlich an. Er hatte seinen Spaß am Auftritt der Minis und der Minigarde. Als kleine Polizisten und Bankräuber verkleidet traten die Kinder tanzend vors Publikum. Der neunjährige Tobias Müller wagte sich schon zum zweiten Mal mit seiner Rede in die Bütt. Helene Hilpmann trat als Funkenmariechen auf. Die Halbstarken, das sind vier Jungs im Alter zwischen sieben und neun Jahren, durften natürlich auch nicht fehlen.

Die Mädchen und Jungen proben seit dem Herbst vorigen Jahres. Das Motto legen die Erwachsenen des Vereins gleich nach dem Ende der Saison während ihrer Vereinsversammlung fest. Für die Mehrzahl der Faschingsnarren endet die Saison am Faschingsdienstag. Das ist in diesem Jahr der 5. März. Nicht so bei den Hauptmannsgrünern. Zum letzten Faschingsball lädt der Verein am 9. März ein. Für die Mitglieder ist das eine Art historischer Termin, dessen Entstehung Wolfgang Müller kennt: "1977 wollte die Freiwillige Feuerwehr das erste Mal zum Faschingsball einladen. Die Kameraden haben sich das ein bisschen spät überlegt. Alle Bands waren ausgebucht. Es fand sich niemand, der die Musik übernehmen konnte. Also fiel die Entscheidung, Fasching eine Woche später zu feiern. An dem Samstag nach dem Faschingsdienstag hatten die Musiker wieder freie Termine." Heute sei es längst kein Problem mehr, auch kurzfristig einen DJ zu bekommen, aber in Erinnerung an die Anfänge vor 42 Jahren hat der Verein am Termin festgehalten.

Längst sind die Faschingsnarren des Vereins nicht mehr unter dem Dach der Freiwilligen Feuerwehr angesiedelt. Das ist rechtlich gar nicht mehr möglich. Die Hälfte der 60 Mitglieder sind Kinder und längst nicht alle, aber einige der Erwachsenen, engagieren sich auch in der Feuerwehr. "Nach der Wende haben wir einen eigenen Verein gegründet", erklärt Müller. Im Vereinsnamen sei die Entstehungsgeschichte erhalten geblieben. Auch heute noch sind der Faschingsverein und die Feuerwehr eng verbunden. Mit dem Faschingsverein im Hintergrund haben die freiwilligen Helfer bei Veranstaltungen stets ihr Kulturprogramm schon gesichert.

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