Kinder unterschätzen die Bremswege

Die Verkehrserziehung zum Mitmachen eines Automobilclubs beeindruckt Fünftklässler in Lengenfeld jedes Jahr mehr. Dabei gab es manche Überraschung.

Lengenfeld.

Der Verkehrsunterricht, den die beiden fünften Klassen der Lengenfelder Oberschule kürzlich erlebten, beeindruckte die Kinder sichtlich: Andy Weiß aus Schwarzenberg, Verkehrserzieher beim ADAC, stieg zur Vorführung in einen Pkw, beschleunigte den Wagen auf etwa 30 Kilometer pro Stunde und legte vor den Augen der Kinder eine Vollbremsung hin.

Die Reifen quietschten. Das Auto machte noch ein paar kleine Sätze, dann steht es - allerdings viel weiter vorn, als die Mädchen und Jungen das vermutet haben. Die Aufgabe der Schüler bei dieser Übung hatte darin bestanden, farbige Kegel an den Punkt des Straßenrandes zu stellen, wo das Auto vermutlich zum Stehen kommt. Viele Mädchen und Jungen hatten sich völlig verschätzt.

Es sei der Sinn dieser Art von recht praxisnahem Verkehrsunterricht, den Schülern vor Augen zu führen, was passieren kann, wenn ein Auto unverhofft bremsen muss, zum Beispiel, weil ein Kind auf die Straße gelaufen ist.

Im Endeffekt sollen die Kinder ein Gefühl dafür bekommen, welche Auswirkung ihr Fehlverhalten auf der Straße haben kann. Ralph Grasse jedenfalls, den Klassenlehrer, überzeugte das Konzept der Aktion "Achtung Auto" des ADAC im Handumdrehen. Er sagte dazu: "Das ist auf jeden Fall besser, als im Unterricht das Thema theoretisch abzuhandeln und dann ein Video anzuschauen. Wir nehmen schon seit vielen Jahren an der Aktion teil. Für die Kinder ist das auf jeden Fall ein Gewinn."

Zu den Eindrücken, welche die Kinder von dieser besonderen Art des Verkehrsunterrichts mit nach Hause nahmen, gehörte auch, zu wissen, wie es sich anfühlt, bei einer Vollbremsung in den Sicherheitsgurt des Autos gedrückt zu werden. "Da wirken gewaltige Kräfte, selbst, wenn die Kinder darauf vorbereitet sind", erklärt Weiß. Für dieses Erlebnis durfte die Kinder der Reihe nach in den Wagen steigen und mussten sich ordnungsgemäß angurten. Weiß beschleunigte dann kurz und bremste das Fahrzeug abrupt ab. Auch die Übung, bei der sich den mit Kopfhörern ausgestatteten Kindern von hinten ein Fahrzeug näherte, führte den Schülern vor Augen, wie gefährlich es ist, sich vom Geschehen auf der Straße ablenken zu lassen.

Am Ende des Vormittags hatten die Mädchen und Jungen viel über Bremswege, Reaktionswege, den Nutzen von Airbags und eigenes richtiges Verhalten im Straßenverkehr gelernt.

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