Kinderarche Reichenbach: Umzug in ein neues Leben

Die Anstrengungen des Umzugs können Bewohnern und Mitarbeitern der Wohngruppe die Freude am neues Zuhause nicht verderben. Alle schwärmen von den neuen Möglichkeiten.

Den Umzugskarton in der Hand: Die 14-jährige Cecille richtet sich in ihrem neuen Zimmer ein. "Hier ist ein wunderbar ruhig gelegener Ort, wo alle sehr entspannt sind", sagt sie.

Von Petra Steps

Noch stehen Kisten und andere Behälter im Haus Am Werk 9, doch das Grobe ist geschafft: Die Reichenbacher Wohngruppe und die Sozialpädagogische Familienhilfe der Kinderarche Sachsen sind von der Wiesenstraße in ihr saniertes Haus oberhalb des E-Werks umgezogen. Gestern hat die Wohnungsbaugesellschaft Reichenbach (Woba) als Vermieter zur offiziellen Übergabe eingeladen. Einen Tag der offenen Tür mit kleiner Feier soll es im September geben.

Knapp 400.000 Euro hat die Woba nach Aussage von Geschäftsführerin Daniela Raschpichler in das Haus investiert. Vorher befanden sich sieben Wohnungen in dem Gebäude. Als immer mehr Mieter auszogen, standen ein Verkauf oder der Abriss im Raum. Doch dann benötigte die Kinderarche ein neues Domizil, weil Brandschutzauflagen im Haus an der Wiesenstraße nicht zu realisieren waren. Die Woba, das Planungsbüro von Christian Suhr und das Team der Kinderarche erarbeiteten ein Konzept, das immer wieder auf den Prüfstand kam und vor den Behörden bestehen musste. Das Ergebnis ist ein funktionales Gebäude mit Räumen für Büro und Familienhilfe im Untergeschoss, Wohnräumen für die Bewohner in zwei Etagen sowie Gemeinschaftsräume mit Küche im Obergeschoss. "Wir wollten dem Haus seinen ursprünglichen Charakter zurückgeben und trotzdem alle Vorgaben für das Wohnen in einer Kinder-und Jugendeinrichtung erfüllen. Das war eine ganz schöne Herausforderung", sagte Daniela Raschpichler. So wurden Dielen abgeschliffen oder neu verlegt. Statt Plastikfußboden wurde Kautschukbelag verwendet. Die Bäder entstanden in kleinen Räumen unter Einbeziehung von Nischen. Die früheren Trockenklos im Treppenhaus sind nun Abstellkammern. Die Zimmer der Bewohner sind hell, mit Bett, Schrank, Arbeitsplatz ausgestattet. Für die Verschönerung der Wände will die Geschäftsführerin noch eine leicht auswechselbare Variante finden. Das versprach sie den Mädchen bei der Übergabe. "Das Haus hier ist viel schöner und nicht so grau", sagte Aimy (13) nach der ersten Nacht. "Hier ist ein wunderbar ruhig gelegener Ort, wo alle sehr entspannt sind. Wir freuen uns, dass wir noch in den Ferien umziehen konnten. Wir waren gespannt, wie es wird und sind alle sehr glücklich", ergänzte Gruppensprecherin Cecille (14). Einrichtungsleiterin Cornelia Heidrich ergänzt: "Wir haben nicht gedacht, dass wir das schaffen, aber es hat auch etwas Schönes, gemeinsam Schwierigkeiten zu meistern."

Aufgrund der neuen Bedingungen mit Garten und Gemeinschaftsräumen wurde das pädagogische Konzept geändert. Die Wohngruppe hat jetzt den Status einer heilpädagogischen Gruppe. OB Raphael Kürzinger (CDU) versprach den Kindern, die Dammsteinsenke als Spielplatz in der Nähe des Hauses aufzupeppen. Das Projekt sei bereits in Planung. Landtagsabgeordneter Stephan Hösl (CDU) kündigte an, Bäume oder Sträucher im Außenbereich pflanzen zu wollen. Dort ist noch einiges zu tun, auch beim Bau von Parkplätzen, der morgen beginnt.

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