Kinderküche verarbeitet heimisches Obst und Gemüse

Der Kindergarten in Waldkirchen hat sein Erntedankfest gefeiert. Regionalität, Kreativität und Gesundheit waren dabei Themen. Die Kinder sollen dabei etwas fürs ganze Leben mitnehmen.

Waldkirchen.

Katrin Graupner, die Leiterin des Waldkirchener Kindergartens "Pusteblume", könnte ihre Einrichtung auch "Kleine Kinderküche" nennen: Seit dieser Woche dreht sich im Haus alles selbst geernteten Obst und Gemüse. Die Kinder feierten dazu vorgestern ein Erntedankfest. Die Leiterin erklärte dazu: "Das machen wir immer eine Woche nach dem kirchlichen Erntedankfest. Bei uns ist es aber mehr ein Herbstfest."

Neben Obst und Gemüse, das die Kinder zu Leckereien verarbeiten, gehen sie auch bunte Herbstblätter sammeln. Die großen Kinder von der Schmetterlingsgruppe sollten dazu einen leeren Rucksack mitbringen, denn auf dem Plan stand Kastanien sammeln. Die Kinder bringen zudem von zu Hause mit, was im Garten gewachsen ist: Kürbisse, Tomaten, Birnen, Äpfel. Mit nach Hause nehmen sie dann, was in der Kinderküche daraus entstanden ist: Kürbis-Apfel-Marmelade und das Rezept gleich noch mit dazu. Katrin Graupner beschreibt ihre Ambitionen: "Wir möchten den Kindern etwas fürs Leben mit auf dem Weg geben, etwas das bleibt, woran sie sich später noch erinnern."

Die Erzieherinnen ziehen an einem Strang. Die Kleinen aus der Krippe durften beispielsweise einen Kürbis aushöhlen, mit einem Löffel oder auch gleich mit beiden Händen. In der "Igelgruppe" entstanden Obstspieße und Apfelringe. Kein einziger Obstverweigerer saß am Tisch. Alle verfolgten gespannt, was die beiden Erzieherinnen Kerstin Dörfel und Sabine Buckrei für lustige Schlangen aus Apfelschalen zauberten. Mit Appetit verspeisten sie die runden Apfelringe. Die knallroten Äpfel hatten die Kinder am hauseigenen Apfelbaum gepflückt, den ihnen vor ein paar Jahren der Obstbauverein des Ortes geschenkt hatte und der inzwischen reichlich Früchte trägt. Im ganzen Haus roch es in den vergangen Tagen abwechselnd nach Apfelmus, nach Apfelkuchen oder nach frisch gekochter Marmelade, je nachdem, welches Rezept gerade ausprobiert wurde.

Katrin Graupner: "Uns geht es darum, dass die Kinder lernen, welches Obst und welches Gemüse hier bei uns wächst, was zu welcher Jahreszeit Saison hat und was man daraus machen kann." Vorige Woche schauten sich die Kinder im Ort an, wie eine große Saftpresse funktioniert. Am anderen Tag pressten sie mit einem kleinen Gerät selbst frischen Apfelsaft. Während sich ein Teil der Kinder um die Essensversorgung kümmert, basteln die andere die passende Tischdekoration dazu, aus den zuvor gesammelten oder mitgebrachten Naturmaterialien. Ähnlich wie auch in der Kirche, werden die mitgebrachten Blumen, das Obst und das Gemüse dekorativ im Eingangsbereich aufgestellt, bevor es dann zur weiteren Verarbeitung ab in die Küche geht.

Das Erntedankfest hat im Kindergarten eine mehrjährige Tradition. Katrin Graupner möchte nicht nur, dass die Kinder etwas über die Verwendung von selbst geerntetem Obst und Gemüse lernen, sondern dass sie die eine oder andere Anregung auch mit nach Hause in die Familien tragen, denn: "Selbst etwas anbauen, ernten und verarbeiten macht nicht nur Spaß, sondern man tut sich selbst auch etwas Gutes, denn man weiß genau, wo die Lebensmittel herkommen und was damit geschehen ist." Das empfinde sie als wichtig.

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