Kirmes ist und bleibt ein Stück Heimat für alle Plohner

Seit 24 Jahren bietet das Fest immer wieder ein ähnliches Programm. Die Gäste lieben das und kommen auch von weither, um das alte Kettenkarussell zu sehen und den legendären Kartoffelkuchen zu kosten.

Plohn.

Seit 24 Jahren feiern die Plohner drei Tage lang ein Kirmesfest mit Konzert, Familiennachmittag und Tanzveranstaltungen. Am Wochenende war es wieder soweit. Die Kinder von 1994, dem ersten Kirmesfest, sind heute Erwachsene und bringen zum Teil schon wieder selbst ihre Kinder mit.

Das merkt besonders Katrin Fischer, die sich jedes Jahr, gemeinsam mit anderen Helfern, des nicht ein getragenen Vereins Ploaner Pfingstochsen, um den Kindernachmittag kümmert. "Die Kinder von damals sind die Eltern von heute. Mit unseren Kindern haben wir damals begonnen, heute unterhalten wir die Enkelkinder", stellt sie beim Blick auf die Anmeldezettel fest. Um die 40 Mädchen und Jungen spielen, basteln und rätseln an den verschiedenen Stationen um die Wette. "Tiere" hieß das Thema vom Samstag. Tiere auf Stein malen, Holzvögel basteln oder bei einem Quiz über Tiere knifflige Fragen beantworten, waren die diesjährigen Herausforderungen für die Knirpse.

Nicht nur am Kindernachmittag lassen sich die vielen Jahre der Feste in Plohn ablesen, auch beim Festkomitee hat der Generationswechsel Einzug gehalten. "Wir haben drei junge Leute für die Mitarbeit gewinnen können", freut sich Ortsvorsteher Werner Nierbauer. "Und jeder dieser jungen Leute hat wiederum Freunde mitgebracht, die ebenfalls mit anpacken", so Nierbauer, womit die Organisatoren aus den Vereinen des Ortes, der Feuerwehr und des Ortsvorstandes sich jedes Jahr über eine ähnliche Situation wundern: "Erst sieht es so aus, als ob wir gar nicht genug freiwillige Helfer finden und dann zum Schluss passt es doch immer", sagt Nierbauer, der letztendlich weiß, dass er sich auf die Plohner verlassen kann.

Es gibt natürlich auch Dinge, die haben über die Jahre Bestand, der Kirmeskranz zum Beispiel, den bindet mit gewohnter Zuverlässigkeit Birgit Große. Oder Senior Rudolf Weinert: Das ist der Mann mit dem Sheriffstern, dem selbst gebastelten. Ausgestattet mit einem derartigen Zeichen der Staatsmacht übernimmt er die Bewachung der Getränke, während die anderen Helfer fix nach Hause eilen, um sich nach dem Einräumen des Festzeltes umzuziehen und zu duschen. 70 Leute packen mit an, kochen Kaffee, backen Kuchen, verkaufen Getränke. Und Werner Nierbauer sagt: "Es ist gut, wenn so viele mitmachen. Unser Ziel ist es immer, das jeder Helfer nur einen Einsatz hat. Damit für jeden auch Zeit zum Feiern bleibt, zum Hinsetzen, zum Treffen mit Freunden und zum Reden."

Denn das sei doch das Schöne an der Kirmes: Viele, die auswärts wohnen, kommen extra an diesem Wochenende zurück in die alte Heimat. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die weiteste Anreise ein ehemaliger Plohner hat, der jetzt in Stuttgart wohnt. Manche ziehen auch wieder zurück. Was den Arbeitsmarkt- und Pendlerstatistikern aufgefallen ist, haben auch die Plohner bemerkt. Katrin Fischer sagt: "Erst kürzlich kam eine Familie, die lange in Frankfurt gelebt hat, wieder zurück nach Plohn."

Plohn ist also für die Weggezogenen immer noch Heimat. Und die Kirmes ist eine gute Gelegenheit daran zu erinnern - mit einem Konzert, einem Familiennachmittag, den Nagelmeisterschaften, mit Tanzveranstaltungen, dem legendären Kartoffelkuchen und dem alten, manchmal quietschenden Kinderkarussell.

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