Kita-Beiträge bleiben in Reichenbach stabil

Stadtratsmehrheit dafür - Einigen geht die Regelung nicht weit genug

Reichenbach.

Bislang kannten die Elternbeiträge für die Reichenbacher Kindertagesstätten nur eine Richtung. Sie stiegen Jahr für Jahr. 2019 wird das erstmals anders sein: Sie bleiben trotz höherer Betriebskosten stabil auf dem Stand von 2018. Das hat der Stadtrat am Montagabend bei zwei Gegenstimmen und vier Enthaltungen beschlossen.

"Wir schenken den Eltern damit 70.000 Euro", erklärte Oberbürgermeister Raphael Kürzinger. Zur Gegenfinanzierung will die Stadt die 70.000 Euro verwenden, die der Freistaat Sachsen der Kommune als Pauschale zur Stärkung des ländlichen Raumes gewährt. In der Krippe beträgt der monatliche Elternbeitrag bei neun Stunden Betreuung damit weiter 211,51 Euro, im Kindergarten 138,74 Euro sowie im Hort bei sechs Stunden Betreuung 77,91 Euro. Bei geringerer Betreuungszeit, für Geschwisterkinder und für Alleinerziehende gelten Nachlässe.

Wie Sachgebietsleiterin Linda Keller erklärte, muss Reichenbach 2019 insgesamt 7,63 Millionen Euro für seine Kitas aufbringen, 830.000 Euro mehr als 2017. Während die Sachkosten mit 1,4 Millionen Euro stabil geblieben seien, lassen höhere Löhne und veränderte Betreuungsschlüssel die Personalkosten klettern. Das Gros der Kosten trägt die Stadt dabei selbst. Ein Beispiel: Ein Krippenplatz kostet in Reichenbach 2019 im Monat 1239,56 Euro. Davon tragen die Eltern 211,51 Euro, das Land Sachsen 223,96 Euro und die Stadt Reichenbach 804,09 Euro.

Einigen Stadträten geht die neue Regelung nicht weit genug. Oliver Großpietzsch (SPD) fand: "Frühkindliche Bildung sollte kostenlos sein." Er empfahl, sich an den niedrigeren Elternbeiträgen zu orientieren, die beim Ortsnachbarn Heinsdorfergrund gelten. "Dass es keine weitere Erhöhung gibt, ist gut. Ziel muss aber eine Senkung bleiben", fand Bitex-Stadtrat Bernd Müller. Henry Ruß (Linke) verlangte eine Reduzierung der Sätze. Thomas Höllrich (Linke) erklärte, Reichenbach habe sich bislang an der Obergrenze der gesetzlich zulässigen Elternbeiträge bewegt. Künftig sollte man die Untergrenze anpeilen.

Der OB erklärte, dass die Stadt die Kinderbetreuung nicht kostenlos anbieten könne. 1,9 Millionen Euro Elternbeiträge pro Jahr könne man nicht aus Stadtmitteln ersetzen. Veit Bursian (FDP) verwies auf die Gesetzeslage, wonach Elternbeiträge zu zahlen sind. Die Auslastung der 15 Reichenbacher Kindereinrichtungen von 94 Prozent spreche zudem für Qualität. Was den Verweis auf Heinsdorfergrund angeht, so riet Thomas Sachs (CDU) zu einem Vergleich der Haushaltsanteile. Im Nachbarort gibt es nur zwei Kitas.

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