Kita-Neubau: Rat bestätigt Entwurf

Der Flachbau auf dem unteren Sportplatz soll die Villa in der Talstraße ersetzen. Bürger hegen Bedenken zur Raumgröße.

Neumark.

Der Gemeinderat von Neumark hat am Donnerstagabend einstimmig den Entwurf des Ersatzneubaues für die bisherige Kita "Zwergenland" bestätigt. Der Entwurf, der mit der Kitaleitung, den Elternvertretern und dem Arbeitskreis Kitas abgestimmt worden sei, diene jetzt als Grundlage für die Genehmigungsplanung. Der stellvertretende Bürgermeister Siegfried Kluge erklärte, es seien viele Hinweise eingeflossen. Es sei "ein reifer Entwurf", man liege gut in der Zeit.

Architektin Juliane Gaudlitz-Holz vom beauftragten Architekturbüro HSP stellte den Entwurf vor. Der eingeschossige Bau mit 1500 Quadratmetern Nutzfläche, der auf dem unteren Sportplatz in Neumark entstehen soll, gliedert sich in drei trapezförmige Module mit runden Ecken, die durch zwei Lichthöfe verbunden sind. Durch das Eingangsmodul, das auch die Räume für das Personal enthält, geht es rechtsherum zur Krippe und linksherum zum Kindergarten. Der Entwurf enthält drei Krippenräume für 30 Kinder, sechs Kindergartenräume für 62 Kinder und einen Doppelnutzungsbereich für Krippe oder Kindergarten mit zehn Plätzen. Hinzu kommen ein Turn- und ein Multifunktionsraum, ein Speiseraum für 30 Kinder, Sanitärräume und dergleichen. Die Kindergartenkinder werden laut Gaudlitz-Holz auch in ihren Gruppenräumen schlafen. Feste Schlafräume, wie es sie bislang in der Villa gibt, sind nicht vorgesehen.


Der Kita-Komplex soll an der südlichen Seite des Sportplatzes entstehen, womit die Zufahrt zum Sport- und Vereinsheim genutzt werden könne. Im Norden bleibe eine Fläche von 2500 Quadratmetern übrig, auf der bei Bedarf ein viertes Modul entstehen könnte. Der Badsteig soll zur Einbahnstraße werden. Mühlenweg und Oberneumarker Straße wolle man ins Konzept einbeziehen.

Für den Neubau sind 2,8 Millionen Euro Kosten veranschlagt, davon 1,341 Millionen Euro aus Fördermitteln und 1,459 Millionen aus Eigenmitteln. Laut Architektin werden die Kosten "voraussichtlich geringfügig höher" liegen, hieß es in der Beschlussvorlage. Die Genehmigungsplanung soll im Juli vorliegen. Noch 2019 sollen das Grundstück erschlossen und der erste Teil des Rohbaues realisiert werden. Ende 2021 muss alles fertig sein, damit die "Zwergenland"-Kinder aus der Villa in der Talstraße umziehen können. Dann sollen die Kinder aus der Kita Reuth in die Villa einziehen, solange ihr Objekt im Ortsteil saniert wird.

"Ich habe Bedenken, dass die Räume im Neubau zu klein sind", erklärte die ehemalige Kitaleiterin Ulrike Schaarschmidt in der Bürgerfragestunde. Architektin Juliane Gaudlitz-Holz verwies auf die gesetzlichen Forderungen von 2,5 Quadratmetern für ein Kindergartenkind und 3,0 Quadratmetern für ein Krippenkind. Im Entwurf seien pro Raum zehn Kinder geplant. Diese Zahl forderte Schaarschmidt zu Widerspruch heraus. Wieso baue man Räume für zehn Kinder, wenn der Personalschlüssel in Sachsen im Kindergarten eine pädagogische Fachkraft für zwölf Kinder vorsieht? Die Architektin erwiderte, sie halte sich nur an die Aufgabenstellung. Bei Bedarf könnten zwei Räume zusammenschaltet werden. Ingrid Wollmann erklärte, dass zur Gruppenstärke auch schon im Arbeitskreis Kitas diskutiert worden war. Die dort vorgebrachten Einwände seien aber nicht berücksichtigt worden. Bauamtsleiterin Marion Dick hielt in der Ratsvorlage indes fest, dass Personalschlüssel und Betreuungskonzept Beachtung fanden.

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