Kitas: Gruppen strikt getrennt

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Am Montag startet der eingeschränkte Regel- betrieb. So hat es die Landesregierung entschieden. Warum das auch in Reichenbach eine Herausforderung ist.

Reichenbach.

Eingeschränkter Regelbetrieb in Kitas ab kommendem Montag: Diese Entscheidung der sächsischen Landesregierung kam Anfang der Woche überraschend. "Es ist eine Herausforderung für uns, das Ganze zu organisieren. Wir sind dabei, das mit den freien Trägern und unseren Erzieherinnen und Erziehern abzustimmen", erklärte am Freitag Aline Reus, zuständige Fachbereichsleiterin der Stadtverwaltung Reichenbach, auf Anfrage. Eingeschränkter Regelbetrieb heiße: feste Gruppen, feste Bezugspersonen, feste Räume. Daraus erwachse ein personelles Problem, das nur mit verkürzten Betreuungszeiten zu lösen sei. Die Stadt Reichenbach empfehle eine Öffnung der Krippen und Kindergärten von 7 bis 15.30 Uhr sowie der Horte von 7 bis 16 Uhr. Laut Reus werden die einzelnen Einrichtungen aber mit Blick auf Elternwünsche nachsteuern.

Genau auf solche flexiblen Lösungen setzt die Arbeiterwohlfahrt (Awo) Vogtland, Bereich Reichenbach, die in Reichenbach, Hauptmannsgrün, Mylau, Netzschkau, Limbach, Lengenfeld und Elsterberg insgesamt 13 Kitas betreibt. "Wir haben das im Griff, auch weil wir es im vorigen Frühjahr schon praktizieren mussten", erklärt Geschäftsführerin Marion Lange. Gleichwohl sagt sie: "Wir hatten keine Vorinformation. Erst Anfang der Woche kam die Mitteilung über den Landesverband. Ehrlich gesagt, waren wir überrascht, weil die Inzidenz im Vogtlandkreis ja noch über 100 pro 100.000 Einwohner liegt."

Natürlich freuten sich Kinder und Eltern, dass die Kitas öffnen. Aber es gebe Einschränkungen. Gruppen seien strikt zu trennen, im Hause, im Außengelände, beim Benutzen der Waschräume oder beim Essen. Sie müssten zudem stets von denselben Mitarbeitern betreut werden. Die Awo komme daher nicht um verkürzte Öffnungszeiten herum. "Wir müssen gucken, wie der Bedarf der Eltern ist und was wir leisten können. Dazu wird es individuelle Lösungen für jedes Haus geben. Manche Kitas müssen 6 Uhr öffnen, wenn Eltern im Pflegebereich arbeiten", erläutert Lange. Am Faschingsdienstag könnten die Mädchen und Jungen gern kostümiert erscheinen. Nach der Ankündigung der Kitaöffnung hat sich eine echte Kostümtauschbörse im Internet entwickelt. "Aber eine große Faschingsfeier oder eine Polonaise durchs Haus kann es wegen Corona nicht geben", schränkt sie ein.

Dass der Freistaat Sachsen anders als bei Lehrern den Erziehern nur einen kostenfreien Corona-Test gewährt, sieht sie kritisch. Und sie sagt: "Wir haben auch Personal aus Thüringen. Das fällt ganz durchs Rost." Hoffnung verspreche eine E-Mail vom Vogtlandkreis. Dieser habe am Freitag angekündigt, kostenlose Tests zur Verfügung zu stellen.

Marion Lange hofft, dass die Awo gut in den eingeschränkten Regelbetrieb startet. "Tragisch wäre, wenn wir nach 14 Tagen alles wieder herunterfahren müssten", sagt sie.

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