Klein aber fein - Beat Club begeistert das Publikum

Die Gäste im Reichenbacher Neuberinhaus waren Samstagabend sehr zufrieden. Der Schönheitsfehler: Es waren nicht sehr viele.

Reichenbach.

Der Beat Club 2.0 am Samstagabend im Reichenbacher Neuberinhaus hat den Nerv der Generation 50+ getroffen. Trotzdem wurden nicht alle Hoffnungen erfüllt. Veranstalter DJ Mic(hael) Dust war dennoch zufrieden. Er hatte die Disko-Urgesteine Hans-Werner Schmiedl (Goofy) und Stefan Wild (Smily) für ein Revival der Veranstaltung aus den 1990er Jahren in Anlehnung an die Sendung von Radio Bremen für eine Zusammenarbeit begeistert. "Hier ist genau unsere Zielgruppe. Die jungen Leute sind heute im E-Werk", sagte Dust.

Gleichzeitig gestand er, dass er mit der Musik nicht viel anfangen kann, auch wenn er durch seinen Vater damit aufgewachsen ist. Deshalb hatte er sich die beiden Ex-Disco 2000-DJs als Verstärkung geholt. Sie legten auf, Goofy animierte das Publikum in gewohnter Manier zum Mitmachen, die Tanzfläche war fast immer gut gefüllt und viele waren textsicher, egal ob CCR oder Neill Young liefen. "Die beiden haben einen ganz anderen Bezug zur Musik der 60er und 70er. Ich tue mich da schwer, aber irgendwann sind die alten DJs weg und meine Generation rückt nach. Wir wollten heute Leute rausholen, für die hier lang nichts gewesen ist. Aber das ist nicht so einfach", so der Initiator. Schon bei der Werbung musste sich der 40-Jährige umstellen. "Das geht nicht wie bei Jüngeren nur über soziale Medien. Und dann haben heute viele Enkeldienst, damit die jungen Leute weggehen können", meint er. Auch Ferien und Urlaub spielten eine Rolle.

"Könnten hier nicht mehr sein, wenn schon mal was für unsere Altersklasse direkt vor der Haustür ist? Sonst fahren wir meist nach Plauen", sagte Ramona Werner. Ihr gefielen die Musik und das Konzept. "Das ist schön gemacht, angenehm für unsere Ohren, vielleicht muss es sich erst einlaufen", sagte sie. "Hier stemmt sich jemand gegen die Lethargie der Kleinstadt", brachte es Jens Fielitz auf den Punkt. Seine treffende Formulierung stieß auf Zustimmung in der kleinen Runde, die sich vor der Tür zusammengefunden hatte. "Es ist schön, dass jemand so etwas reaktiviert. Es ist auch gut, dass das Neuberinhaus mitmacht. Bei der Musik kommen Erinnerungen, man kennt alles", erklärte Uwe Neumann und fügte an: "Als wir jung waren, war fast jeden Tag etwas los. Aber jetzt ist auch weniger Jugend hier." Der Reichenbacher glaubt: "Wenn sich das entwickelt und in den großen Saal umzieht, hat es Zukunft."

"Wir wurden von unseren Kindern hergeschickt", verriet Marion Preuß aus Reichenbach. "Die sagten, wir müssten unter Leute." Solche Veranstaltungen seien genau richtig. Sie gehe auch gern zur Oldie-Nacht nach Greiz, wo es ein paar der Stars von damals zum Anfassen gibt. Auch andere Gäste des Abends berichteten von Veranstaltungen mit Musik aus dieser Zeit, die an verschiedenen Orten sind, nur bisher in Reichenbach Mangelware waren. "Von mir aus könnte auch im Park der Generationen öfter so was stattfinden. Es muss ja nicht immer eine große Bühne sein", findet Marion Preuß.

Obwohl nicht ganz so viele da waren wie erhofft, war die Stimmung bestens. "Wir wollten erst in den Keller gehen, aber da hätten nur 50 Leute reingepasst. Das war zu wenig", so Michael Dust. Er würde die Veranstaltung gern etablieren und hofft, dass sich das Angebot durch Mund-zu-Mund-Propaganda herumspricht. Ein paar der Gäste verabschiedeten sich schon lange vor Mitternacht, weil sie noch ins E-Werk wollten. Auf welche Party man geht, hat also nicht immer nur etwas mit dem Alter zu tun.

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