Kleingärtner kehren den Trend um

Während viele Vereine mit Leerstand und Überalterung zu tun haben, verzeichnet der Verein Ost in Lengenfeld das Gegenteil: Junge Leute rücken nach.

Lengenfeld.

Unter den Kleingartenvereinen des Göltzschtals ist der Verein Ost an der gleichnamigen Straße in Lengenfeld eine Ausnahme: Es gibt keine leerstehenden Gärten, stattdessen immer wieder einmal Nachfragen nach einem eventuell freien werdenden Garten. Der Vorsitzende Holger Schnabel berichtet: "In diesem Jahr haben wir vier Gärten neu an junge Leute verpachtet."

Ältere Mitglieder haben aufgehört, junge rücken nach, so sei das in der Ost. Die Statistik könne sich sehen lassen: "Ein Drittel der Gärten sind an junge Leute verpachtet", so der Vorsitzende. Er sagt weiter: "Das hängt sicher mit unserer guten Lage zusammen. Wir haben hier den ganzen Tag Sonne. Wenn man im Schatten sitzen will, muss man mit dem Stuhl um den Baum herum rücken." Ganz so viel Sonne, wie den Rest des Sommers, gab es am Wochenende zum Sommerfest zwar nicht, aber dank des Festzeltes musste kein Besucher im Regen stehen.

Vor sechs Jahren begannen die Mitglieder des Kleingartenvereins, wieder regelmäßig Sommerfeste zu organisieren. Früher sei das in allen Kleingartenvereinen Tradition gewesen. "Es gab sogar richtige Wettstreite. Jeder wollte das schönste Fest ausrichten", erinnert sich Schnabel noch an vergangene Zeiten. Da er die Feste von einst stets in guter Erinnerung behalten hat, begann er mit der Übernahme des Vereinsvorsitzes auch gleich, die Tradition wiederzubeleben. Schnabel räumt ein: "Wir haben Glück. In unserem Verein haben wir Mitglieder, die uns beim Organisieren einer solchen Veranstaltung finanziell unterstützen. Müssten wir alles aus der Vereinskasse bezahlen, könnten wir kein solches Fest stemmen."

Das Fest ist aber bei weitem nicht nur für Vereinsmitglieder gedacht. "Es kommen immer sehr viele Besucher, die hier in der Nähe wohnen, aber auch andere Lengenfelder", sagt der Vorsitzende erfreut über den Zuspruch. Das gemütliche Zusammensitzen sei der Dreh- und Angelpunkt des Sommerfestes. Live-Musik an den Abenden und Nachmittagen hatten die Macher geordert. "Wir haben Mitglieder, die Musik machen, dadurch war das möglich", erklärt auch hier wieder der Vorsitzende das für einen Verein, der nur 39 Gärten und daher genau so viele Mitglieder hat, reichhaltige Angebot. In der Anlage Ost bestimme der Gemeinschaftssinn das Handeln. Schnabel: "Wir unterstützen uns gegenseitig und helfen einander. Pflanzen werden bei Abwesenheit eines Gärtners, zum Beispiel während der Urlaubszeit, von den Nachbarn mit versorgt."

Ronny Zeroll, der zweite Vorsitzende, sagt zudem: "Das schönste ist die Freiheit, die die Kinder hier genießen. Sie können sich im ganzen Gelände frei bewegen. Sie sind bei allen Gärtnern willkommen. Und wir als Eltern müssen uns nicht laufend Sorgen machen, wenn wir unsere Kinder einmal nicht sehen. Das Gelände ist eingezäunt. Es geht also niemand verloren."

Der heiße Sommer bescherte den Gärtnern teilweise eine reiche Ernte. "Wir hatten dieses Jahr so viele Erdbeeren, das wir sogar Marmelade kochen konnten", sagt Zieroll. Im Garten von Anja und Denis Weigel tat sich auch Ungewöhnliches: Der Pfirsichbaum trägt so viele Früchte, dass die junge Familie mit Ernten gar nicht hinterher kommt. "Wir haben schon eimerweise abgenommen, aber es hängen immer noch viel Pfirsiche am Baum", sagt Anja Weigel.

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